„Los Gallos“: Granadas Drogenclan vor Gericht

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

„Los Gallos“: Granadas Drogenclan vor Gericht

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Schlag gegen die Familienbande des Rauschgifts

Es ist ein Verfahren, das seinesgleichen sucht: Ab dem 8. Oktober sitzen in Granada nicht nur einfache Dealer auf der Anklagebank, sondern ein ganzer Familienverbund, der über Jahre hinweg ein florierendes Drogenimperium aufgebaut haben soll. Die Anklagebehörde fordert in einem der größten Prozesse der jüngeren Regionalgeschichte Haftstrafen von bis zu 18 Jahren. Damit wird klar: Der Staat zieht die Grenze dort, wo kriminelle Clans ganze Viertel in Geiselhaft nehmen.

Die Anklage: Mehr als nur ein kleines Geschäft

Die Vorwürfe wiegen schwer: Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verbrechen gegen die Volksgesundheit, Geldwäsche, illegaler Waffenbesitz und Stromdiebstahl. Die Justiz wirft den Beschuldigten vor, zwischen August 2021 und Mai 2023 ein Netzwerk betrieben zu haben, das sich nicht nur auf den Anbau und Vertrieb von Marihuana spezialisierte, sondern auch den Kokainhandel in der Provinz Granada forcierte. Es war ein Geschäft mit System, das auf Arbeitsteilung und Abschottung setzte.

Besonders perfide: Die mutmaßlichen Täter sicherten sich durch ein ausgeklügeltes Überwachungssystem ab. Rund um die sogenannten „Drogenviertel" hätten Posten gestanden, die vor Polizeikontrollen warnen sollten – eine logistische Meisterleistung, die jedoch nicht vor der Hartnäckigkeit der Ermittler bestehen konnte. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press in ihrem Vorbericht darlegt, kommunizierte der Clan über verschlüsselte Kanäle und in einer Art Geheimsprache, die Abhörversuche ins Leere laufen lassen sollte.

Die Infrastruktur des Verbrechens

Der Cannabis-Anbau war kein Hobbyprojekt. In Wohnhäusern, angemieteten Hallen und Garagen wurden Plantagen betrieben, die Unmengen an Energie benötigten. Um die Stromrechnungen zu umgehen, engagierten die Drahtzieher sogar eigene Elektriker, die illegale Netzanschlüsse legten – eine dreiste Zweckentfremdung öffentlicher Infrastruktur, die letztlich auch die Allgemeinheit schädigt.

Strafmaß: Eine Botschaft an die Clans

Die Staatsanwaltschaft verlangt nicht nur symbolische Urteile: Für die sieben mutmaßlichen Köpfe des Familienclans werden jeweils 18 Jahre Haft beantragt. Dazu kommen Geldstrafen, die sich für die Hauptangeklagten auf bis zu 256.320 Euro summieren. Die niedrigeren Strafen für weitere Beteiligte – von vier Jahren bis zu 13 Jahren – spiegeln die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten innerhalb der Hierarchie wider. Es ist ein Signal, dass familiäre Bande kein Freibrief für organisierte Kriminalität sind. Wer Drogenhandel als Familienbetrieb führt, muss mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen.

Die Verhandlung in der ersten Strafkammer der Audiencia von Granada ist bis zum 16. Oktober angesetzt. Es bleibt zu hoffen, dass die Justiz nicht nur ein Exempel statuiert, sondern den Betroffenen eine klare Botschaft sendet: Der Handel mit dem Tod hat in Andalusien keinen Platz.


Quelle: europapress.es

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