
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Landaluce wehrt sich gegen Vorwürfe
„Pena de banquillo“: Algeciras’ Bürgermeister kämpft gegen den Rufmord
Nach eineinhalb Stunden vor der Richterin des Gewaltschutzgerichts zeigte sich José Ignacio Landaluce erschöpft, aber kämpferisch. Der Bürgermeister von Algeciras muss sich wegen eines mutmaßlichen Delikts gegen die sexuelle Selbstbestimmung verantworten. Bei seinem Auftritt vor der Presse am Mittwoch beteuerte er erneut seine Unschuld und beklagte die Begleitumstände eines solchen Verfahrens.
Vorwurf der Inszenierung
Landaluce sprach von einer „Todesstrafe durch die Medien“ und beklagte, dass er bereits vor einem Urteil gesellschaftlich verurteilt sei. Besonders kritisch äußerte er sich über die Veröffentlichung von Details aus der Anklageschrift. Die 110 Seiten umfassende Denunziation sei erst am Dienstag in seinen Besitz gelangt, während Medien bereits zuvor ausführlich berichtet hätten. Er vermutet darin eine gezielte Kampagne, die auch den Einsatz von KI-generierten Inhalten nicht ausschließe. Zudem wies er auf eine angebliche zweite, ältere Anschuldigung hin, die er in den Unterlagen nicht wiederfinden konnte.
Rückzug und neue Pläne
Der Stadtchef bestätigte, dass er über seinen angekündigten Rücktritt am Sonntag hinaus auch über die Aufgabe seines Stadtratsmandats nachdenkt. Eine Entscheidung stehe jedoch noch aus. Gleichzeitig kündigte er an, nach einem Freispruch rechtliche Schritte gegen seine Ankläger und die berichterstattenden Medien prüfen zu wollen. „Wenn das alles vorbei ist, darf das nicht ungesühnt bleiben“, so Landaluce mit Blick auf entstandene Kosten und Gesundheitsschäden.
Die politische Zukunft des beliebten, aber umstrittenen Kommunalpolitikers bleibt damit bis zur entscheidenden Gemeinderatssitzung am 28. Oktober offen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, wird dann im Rahmen eines Misstrauensantrags ein neuer Bürgermeister gewählt. Ob Landaluce die Reihen der Volkspartei (PP) im Stadtrat verstärken wird, ist Teil seiner öffentlichen Selbstvergewisserung.
Quelle: europapress.es