
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Krebs-Skandal: Andalusien lehnt Untersuchung ab
Keine Aufklärung im Brustkrebs-Skandal?
Das andalusische Regionalparlament hat am Donnerstag die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu den massiven Pannen bei den Krebsvorsorgeprogrammen verweigert. Die absolute Mehrheit aus Volkspartei (PP) und Vox blockierte den Vorstoß der drei linken Oppositionsfraktionen PSOE-A, Adelante Andalucía und Por Andalucía. Diese hatten eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge um die fehlerhaften Mammographie-Screenings und mögliche politische Verantwortlichkeiten gefordert.
Opposition wirft Regierung „brutale Fahrlässigkeit“ vor
In der hitzigen Debatte im Parlament von Sevilla warf die sozialistische Abgeordnete Ángeles Férriz der Landesregierung vor, seit dem Bekanntwerden der Affäre vor über einem Jahr keine glaubwürdige Erklärung geliefert zu haben. „Das ist ein Skandal, der dank der Anzeigen betroffener Frauen der Vereinigung Amama ans Licht kam“, so Férriz. Sie sprach von „zerstörten Leben“ und einer „kriminellen Misswirtschaft“. An die Adresse der Regierungsparteien gerichtet, betonte sie: „Sie können diese Kommission zwar verhindern, aber die Wahrheit wird ans Licht kommen.“
Ähnlich äußerte sich Javier Montes von Adelante Andalucía. Er erinnerte daran, dass mindestens 2.317 Frauen nicht über einen bestehenden Krebsverdacht informiert worden waren. „Wer kann schon gegen eine Untersuchung sein, wenn es darum geht, herauszufinden, warum Frauen eine Brust oder sogar ihr Leben verloren haben?“, fragte der Abgeordnete. Ohne eine Analyse der Fehlerquelle sei nicht garantiert, dass sich die Pannen nicht wiederholten.
„Ein System, das wie ein Uhrwerk lief, versagte“
Esperanza Gómez von Por Andalucía schilderte die Folgen für die Betroffenen und verwies auf „herzzerreißende Schicksale“. Viele Frauen hätten trotz Teilnahme am Screening-Programm erst spät von ihrer Erkrankung erfahren. Bemerkenswert sei, dass ein seit 1995 etabliertes und bislang zuverlässiges Früherkennungssystem „plötzlich versagte, ohne dass bis heute klar ist, wo genau und warum“.
Die Abgeordnete kritisierte zudem, dass die Junta bislang keine vollständige Liste der tatsächlich betroffenen Frauen und der Todesfälle vorgelegt habe. „Es wurde keine politische Verantwortung übernommen und nicht allen Betroffenen wurden alle Antworten gegeben“, so Gómez.
Regierung verweist auf Konsequenzen und attackiert Opposition
Die Regierungsfraktionen wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Die PP-Abgeordnete Beatriz Jurado räumte zwar ein, dass es sich um einen „schwerwiegenden Kommunikationsfehler“ gehandelt habe, verwies jedoch darauf, dass Ministerpräsident Juanma Moreno bereits um Entschuldigung gebeten und die damalige Gesundheitsministerin Rocío Hernández ihren Posten geräumt habe.
Jurado warf der Opposition vor, eine „falsche Erzählung“ zu konstruieren und das Leid der Frauen für parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren. Man habe mit „Verantwortung, Strenge und Sensibilität“ reagiert. Seit Bekanntwerden der Krise seien zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Patientenversorgung zu verbessern und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern (Quelle: Europapress).
Quelle: europapress.es