Kongress in Málaga will Hochbegabung neu denken

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Málaga

Kongress in Málaga will Hochbegabung neu denken

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Debatte über den richtigen Umgang mit besonderen intellektuellen Fähigkeiten

Die andalusische Stadt Málaga wird Mitte November zum Schauplatz einer Fachdiskussion über ein oft missverstandenes Thema. Am 13. und 14. November ist dort der Kongress „InfinitaMente" geplant, der die Perspektive auf das Phänomen der sogenannten Hochbegabung neu ausrichten soll. Ausrichter ist die Vereinigung ASA Málaga, die mit dieser Veranstaltung zugleich ihr dreißigjähriges Bestehen markiert. Organisatoren beschreiben das Treffen als möglichen Wendepunkt für den Umgang mit dem Thema auf regionaler und nationaler Ebene.

Wechselseitiger Austausch zwischen Wissenschaft und Alltag

Das Konzept der zweitägigen Veranstaltung sieht eine Zweiteilung vor. Experten aus Psychologie, Pädagogik und Neurobiologie sollen in Vorträgen und Diskussionsrunden ihre Erkenntnisse zu Diagnose- und Interventionsmethoden vorstellen. Parallel dazu ist ein Programm für Familien und die breite Öffentlichkeit geplant, das sich mit Themen wie Erziehung, Alltagsgestaltung und schulischer Inklusion beschäftigt. Die Initiatoren betonen, dass es darum gehe, einen Raum zu schaffen, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse mit der praktischen Erfahrung von Lehrkräften und Eltern zusammenfließen.

Wissenschaftliche Basis für ein neues Verständnis

Als Referenten haben die Veranstalter namhafte Fachleute angekündigt. Dazu zählt Luz F. Pérez von der Universität Complutense in Madrid, die als eine der ersten Wissenschaftlerinnen auf diesem Gebiet in Spanien gilt. Ebenfalls erwartet werden Sylvia Sastre von der Universität La Rioja, die zu Neurobiologie forscht, und der Psychologe Diego Tomé. Die Agenda umfasst weitere Spezialisten wie Maribel Flores, Rafael Dávila, María Isabel Teva, Juan Manuel Rodríguez und Alba de Mingo.

Die Organisation beruft sich bei ihrem Ansatz auf internationale Fachliteratur. Studien aus renommierten Quellen wie der Zeitschrift „Frontiers in Psychology" oder Berichte der US-amerikanischen National Association for Gifted Children (NAGC) legen nahe, dass Hochbegabung nicht allein über den Intelligenzquotienten definiert werden sollte. Vielmehr handele es sich um ein asynchrones Entwicklungsprofil, das stark von der Umgebung beeinflusst werde. Die Forschung zeige, dass das Wohlbefinden und die Entfaltung des Potenzials betroffener Kinder maßgeblich von fördernden und sicheren Bedingungen in Schule, Familie und im Gesundheitswesen abhängen.

Fokus auf Verantwortung der Gesellschaft

Die Veranstalter kritisieren, dass zu oft nur auf eine isolierte Betrachtung von Fähigkeiten geschaut werde. Dieser reduktionistische Ansatz, der allein auf der Kennzeichnung von Individuen basiere, sei überholt. Vielmehr müsse die Verantwortung der Gesellschaft in den Mittelpunkt rücken, solche Umgebungen zu schaffen. Ein Mangel an geeigneten Kontexten oder das Fehlen angepasster Umgebungen erhöhe nachweislich das Risiko für Anpassungsschwierigkeiten, sozialen Rückzug und emotionales Leid, so die Argumentation der Kongressorganisatoren. Die Veranstaltung im Kulturzentrum La Térmica der Provinzverwaltung von Málaga will genau diesen Aspekt der kollektiven Fürsorge in den Mittelpunkt der Debatte stellen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist das Ziel, die etablierte Sichtweise zu hinterfragen und Netzwerke zu beschreiben, die die Einzigartigkeit jedes Menschen anerkennen und unterstützen.


Quelle: europapress.es

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