
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Kleinkind stirbt bei Badeunfall in Tous
Ein Albtraum, der sich jedes Jahr wiederholt
Wieder ist es passiert. Wieder hat eine private Poolanlage in Spanien zur tödlichen Falle für ein Kleinkind werden müssen. Während die einen noch diskutieren, ob es mehr Aufklärung oder strengere Gesetze braucht, trauern in Tous (Valencia) die Eltern eines 20 Monate alten Jungen, der am Freitagnachmittag in einem privaten Schwimmbecken ertrank. Ein weiteres Kind, gerade einmal drei Jahre alt, konnte von den Rettungskräften nur durch eine sofortige Reanimation vor dem Tod bewahrt werden. Ist das die traurige Bilanz einer Sommerkultur, die Sicherheit allzu oft als nebensächlich betrachtet?
Sekunden entscheiden über Leben und Tod
Der Alarm ging um 15.28 Uhr beim Centro de Información y Coordinación de Urgencias (CICU) ein. Zwei Kinder waren aus dem Wasser eines privaten Pools gezogen worden. Während der Rettungsdienst mit einer Einheit des SAMU und einem Basic Life Support-Team anrückte, kämpften die Ersthelfer vor Ort um jedes Lebenszeichen. Das dreijährige Kind reagierte auf die Herz-Lungen-Wiederbelebung und wurde umgehend ins Hospital de la Ribera geflogen. Für den 20 Monate alten Jungen kam jedoch jede Hilfe zu spät: Trotz fortgeschrittener Reanimationsmaßnahmen konnten die Sanitäter nur noch den Tod des Kindes feststellen. Diese Tragödie ist kein Einzelfall, sondern ein weiterer Mosaikstein in einer erschreckenden Statistik, die jedes Jahr aufs Neue Dutzende Familien in Spanien in tiefste Trauer stürzt.
Ein Weckruf, der ignoriert wird
Wieder einmal stellt sich die unbequeme Frage: Warum passieren solche Unglücke immer wieder? Es wäre zu einfach, nur auf die Aufsichtspflicht der Eltern zu verweisen. Die Realität ist komplexer. Spanien ist eines der Länder mit den meisten privaten Pools in Europa – und bei weitem nicht alle sind ausreichend gesichert. Zäune, Abdeckungen oder Alarmsysteme sind oft nicht Pflicht, sondern bleiben der Einsicht der Eigentümer überlassen. Kritiker fordern seit Jahren eine gesetzliche Pflicht zur Sicherung privater Pools, stoßen aber immer wieder auf Widerstand. Zu groß ist die Angst vor Bürokratie und Kosten. Doch was wiegt ein paar hundert Euro für eine Schutzvorrichtung gegen das unermessliche Leid, das an diesem Freitag in Tous eine Familie getroffen hat? Ein Unglück, das hätte verhindert werden können, wenn die Politik endlich handeln würde, anstatt nur zu kondolieren. Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen – die wahren Konsequenzen aber müssen aus Madrid oder Valencia kommen. Und zwar jetzt.
Quelle: europapress.es