KI schützt Bürger vor Datenlecks

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

KI schützt Bürger vor Datenlecks

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die spanische Verwaltung steht vor einem Dilemma: Transparenzpflicht versus Datenschutz. Wer Einsicht in Akten verlangt, bekommt sie – doch allzu oft landen dabei intime Details an der Öffentlichkeit. Das Start-up oGov aus Málaga will diesen Missstand nun mit künstlicher Intelligenz beenden. Ihre Software „AnonimizIA“ verspricht, was Beamte bislang mühsam per Hand erledigen mussten: das Schwärzen von Namen, Ausweisen und Kontodaten – nur eben in Sekundenschnelle.

Wenn Transparenz zur Gefahr wird

Die Digitalisierung hat ein neues Problem geschaffen: Wurden Dokumente früher geschwärzt, bevor sie in die Akteneinsicht gingen, passiert das heute oft gar nicht. Die CEO von oGov, Ana Gloria Gómez, beobachtet seit Jahren zwei extreme Fehlentwicklungen: Entweder werden Unterlagen ungeschwärzt veröffentlicht – „was im Zeitalter der KI brandgefährlich ist“, so Gómez – oder es sitzen Mitarbeiter stundenlang über Papierstapeln und schwärzen Zeile für Zeile manuell. Beides sei nicht tragbar. Das neue Tool erkennt über 25 verschiedene Datentypen, von der Adresse bis zur Bankverbindung, und prüft sogar Metadaten und QR-Codes, die den Zugriff auf das Original ermöglichen könnten.

Ein Bollwerk gegen Datenklau

Der Clou an AnonimizIA ist jedoch nicht die Erkennungsleistung. Es ist die Architektur. Während viele KI-Anwendungen Daten an US-Cloud-Dienste schicken, betont Gómez: „Die KI läuft in einem geschlossenen System, die Dokumente verlassen niemals die Server in der EU.“ Das sei besonders wichtig, da Kommunen und Gerichte mit höchst sensiblen Informationen hantieren. Die Technologie unterscheidet zudem zwischen irreversibler Anonymisierung und Seudonymisierung – bei letzterer werden Daten durch Codes ersetzt, die unter kontrollierten Bedingungen zurückverfolgt werden können.

Bürokratie trifft Zukunft

Die ersten Kunden sitzen bereits in den Startlöchern. In Sevilla läuft die Implementierung bei der Stadtplanungsbehörde, die regelmäßig mit komplexen Bauakten und Bürgeranträgen zu kämpfen hat. Gerade im Urbanismus-Dschungel, wo Nachbarschaftsverbände komplette Planungsunterlagen anfordern, sieht Gómez enormes Potenzial: „Da werden Unmengen an Unterlagen herausgegeben, in jeder Phase mit anderen personenbezogenen Daten.“ Die Software kann ganze Aktenordner im Stapelbetrieb verarbeiten – von PDF über Excel bis zu gescannten Bildern.

Doch oGov zielt nicht nur auf Rathäuser. Auch Anwaltskanzleien und Unternehmensberatungen, die zunehmend KI-Chatbots mit vertraulichen Verträgen füttern, sollen die Lösung nutzen. Gómez appelliert an die Eigenverantwortung: „Viele teilen Dokumente mit KI-Systemen, ohne sich der Risiken bewusst zu sein.“ Wer seine Daten nicht schützt, riskiert im Zweifel mehr als nur ein peinliches Leak. Wie das andalusische Unternehmen Europa Press berichtete, ist die Nachfrage nach solchen Sicherheitslösungen angesichts der EU-weiten KI-Regulierung deutlich gestiegen.


Quelle: europapress.es

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