
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Kein Ausbau für N-340 trotz Bedarf
Naturschutz stoppt Autobahnpläne
Die Hoffnung auf einen durchgehend vierspurigen Ausbau der N-340 an der andalusischen Küste hat einen Dämpfer erhalten. Wie die Zentralregierung auf eine parlamentarische Anfrage der konservativen Volkspartei (PP) mitteilt, scheitert das Projekt zwischen Vejer de la Frontera und Algeciras an den strengen Umweltauflagen. Konkret verweisen die Verantwortlichen auf die empfindlichen Ökosysteme der Naturparks Los Alcornocales und El Estrecho, die Teil des europäischen Schutznetzwerks Natura 2000 sind.
Bereits in der Planungsphase hatte eine Umweltprüfung ergeben, dass ein Ausbau dieser Strecke erhebliche Schäden in den geschützten Arealen verursachen würde. Eine positive Umweltverträglichkeitserklärung, die für den Bau einer Autobahn zwingend notwendig wäre, konnte daher nie ausgestellt werden. Die Regierung betont, dass man deshalb den Fokus auf Alternativen lege, die mit der hohen ökologischen Sensibilität der Region vereinbar seien.
Pragmatische Lösungen statt Großprojekt
Statt des großen Wurfs setzt das Verkehrsministerium nun auf eine Reihe von Einzelmaßnahmen, um die Sicherheit und den Verkehrsfluss auf der bestehenden Strecke schrittweise zu verbessern. Dazu gehört ein bereits laufendes Studium für den Abschnitt zwischen Vejer und Tarifa sowie die Planung für eine Kapazitätserweiterung zwischen Tarifa und Algeciras. Zudem sind der Bau von Kreisverkehren und die Neuordnung von Zufahrten im Abschnitt zwischen den Kilometermarken 73 und 85 geplant.
Ein zentrales Element ist auch die derzeit im Bau befindliche Verdopplung der N-350, der südlichen Zufahrt zum Hafen von Algeciras. Diese Maßnahme soll die Anbindung des Korridors an die Autobahn A-7 und den wichtigen Hafen verbessern. Die Regierung stellt klar, dass diese Schritte Teil einer umfassenden Strategie seien, die Sicherheit, Kapazität und Funktionalität der Strecke mit den geltenden Umweltbeschränkungen unter einen Hut bringen soll.
Zwischenlösung als erster Schritt?
Für den Abschnitt zwischen Vejer und Tarifa hat die Generaldirektion für Straßen bereits im Juli 2023 ein Konzept gebilligt. Die favorisierte Alternative sieht vor, die N-340 in einem ersten Schritt in eine sogenannte 2+1-Konfiguration umzubauen – also mit einem zusätzlichen Fahrstreifen, der abwechselnd beiden Fahrtrichtungen zur Verfügung steht. Dieser Ausbau, der zwischen den Kilometern 55,5 und 73 geplant ist, gilt als Vorstufe einer späteren Autobahntrasse.
Zudem soll das Streckenprofil verbessert werden, um Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h zu ermöglichen. Geplant sind außerdem der Umbau von Knotenpunkten und die Bündelung von Zufahrten, um die Unfallgefahr zu senken. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung nennt die Regierung in ihrer Antwort nicht. Sie verweist lediglich darauf, dass die nächsten Schritte im Rahmen der allgemeinen Investitionsplanung des Ministeriums festgelegt würden und von den verfügbaren Haushaltsmitteln abhingen. Die endgültige Entscheidung über die Prioritäten liegt letztlich in Madrid.
Quelle: europapress.es