
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Kampagne für mallorquinische Feigen gestartet
Initiative zur Rettung einer lokalen Kulturpflanze
Auf Mallorca wird der Verzehr von Feigen mit einem klaren Appell verbunden: „Si menges figa, que sigui la meva“ – „Wenn du Feigen isst, dann meine.“ Mit dieser Kampagne startete die Associació per a la Recuperació del Cultiu de la Figuera (Arcufi) am vergangenen Samstag eine offensive für den Erhalt lokaler Feigensorten. Wie der Verein mitteilte, zielt die Aktion darauf ab, die Dringlichkeit des Konsums von Nahrungsmitteln aus der Region herauszustellen und konkret den Absatz mallorquinischer Feigen und ihrer Verarbeitungsprodukte zu fördern.
Agrobiodiversität als kulturelles Erbe
Seit ihrer Gründung arbeitet Arcufi methodisch an der Wiederbelebung des Anbaus lokaler Feigenbaumvarianten. Diese Arbeit wird nicht primär als wirtschaftliches, sondern als ökologisches und kulturelles Projekt verstanden. Der Verein begreift die Vielfalt der Sorten als wesentlichen Teil der Agrobiodiversität, deren Erhaltung unmittelbar mit der Bewahrung des landwirtschaftlichen und kulturellen Erbes der Insel verknüpft ist. Die neue Kampagne soll laut Arcufi sowohl die direkt in der Landwirtschaft Tätigen als auch die Endverbraucher erreichen, die bereits mit ihrer Kaufentscheidung zum Erhalt dieses Patrimoniums beitragen können.
Festakt als Höhepunkt der Kampagne
Die Präsentation der Kampagne bildet den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen in den kommenden Monaten. Ein zentrales Ziel ist es, die traditionelle „Festa des Sequer“ weiter zu konsolidieren. Dieses Fest, das am 29. August in Lloret de Vistalegre in seine 45. Auflage geht, hat seinen Ursprung im Jahr 1981. Es sollte damals die Feierlichkeiten wiederbeleben, die auf den Landgütern traditionell nach Abschluss der arbeitsintensiven Trocknung der Feigen stattfanden. Wie Arcufi erläutert, steht auch heute noch die Ausstellung der verschiedenen Feigensorten im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.
Vom lokalen Brauch zum Publikumsmagneten
Was als lokale Brauchtumspflege begann, hat sich zu einer über die Inselgrenzen hinaus bekannten Veranstaltung entwickelt. Die „Festa des Sequer“ hat im Laufe der Jahre kontinuierlich an Umfang gewonnen. Neben der Kernthematik der Feigenpräsentation wurden weitere Elemente integriert, darunter ein gastronomischer Markt. Dieser Wachstumsprozess spiegelt sich in den Besucherzahlen wider: Jahr für Jahr zieht das Fest eine stetig wachsende Anzahl von Menschen an und verbindet so festliche, kulturelle und gastronomische Aspekte mit einer diskursiven Auseinandersetzung über die Zukunft der lokalen Landwirtschaft.