Kaffee gegen die Einsamkeit in Málaga

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Kaffee gegen die Einsamkeit in Málaga

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Tisch, zwei Stühle, ein Gespräch

Im Centro Comercial Rosaleda in Málaga standen am Montag nicht nur Einkaufstaschen im Mittelpunkt. Die Ordensgemeinschaft San Juan de Dios installierte dort eine provisorische Cafetería mit dem Ziel, Passanten zu einem Kaffee und einem Gespräch einzuladen. Die Aktion „Plazas contra la soledad“ (Plätze gegen die Einsamkeit) ist der Auftakt zur „Woche der ungewollten Einsamkeit“, die bis zum 25. Oktober dauert.

Die Initiative zielt darauf ab, ein gesellschaftliches Problem sichtbar zu machen, das keine Altersgrenzen kennt. Wie die Organisatoren betonen, kann Einsamkeit Menschen jeden Geschlechts, jeder Herkunft und jeder sozialen Schicht treffen. An den Tischen im Einkaufszentrum saßen daher nicht nur Mitarbeiter der Ordensgemeinschaft, sondern auch Menschen, die in den Einrichtungen von San Juan de Dios in Málaga und Antequera betreut werden: Bewohner der Obdachlosenunterkunft, Patienten des Assistenzzentrums und Senioren aus der Residenz.

Prominente Unterstützung und stilles Leid

Unterstützt wurde die Aktion von der Fundación „La Caixa“ sowie dem Geldinstitut CaixaBank. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft ließen es sich nicht nehmen, das Projekt persönlich zu begutachten. Darunter waren der Geschäftsführer der Zentren, José Luis Fuentes, sowie die Brüder der Ordensgemeinschaft. Auch die Gesundheits- und Sozialdezernentin der Junta de Andalucía sowie der städtische Sozialbeauftragte Francisco Cantos waren anwesend.

Die Zahlen, die im Rahmen der Kampagne genannt wurden, verdeutlichen die Dringlichkeit. Laut dem staatlichen Observatorium für ungewollte Einsamkeit (SoledadES) fühlen sich in Spanien rund 20 Prozent der Bevölkerung einsam. Bei den über 80-Jährigen steigt dieser Anteil auf über 50 Prozent. Ein besonders alarmierender Befund: Auch junge Menschen sind betroffen – jeder vierte Jugendliche gibt an, unter Einsamkeit zu leiden. Experten weisen darauf hin, dass die Kombination aus finanziellen Problemen und psychischen Belastungen das Risiko auf fast 60 Prozent erhöht.

Ein Ort der Begegnung und ein Filmabend

Die Kampagne beschränkt sich nicht auf den Kaffeeausschank. Am kommenden Mittwoch lädt das Einkaufszentrum eine Gruppe obdachloser Menschen zu einer Filmvorführung in die hauseigenen Kinosäle ein. Damit soll ein weiteres Zeichen für Inklusion gesetzt werden.

Darüber hinaus kündigte die Ordensgemeinschaft den Teaser für den Dokumentarfilm „La compañía invisible“ an. Der Kurzfilm wird im Rahmen des Solidaritätsprogramms des 30. Filmfestivals von Málaga uraufgeführt. Die Ordensgemeinschaft San Juan de Dios betreibt in der Provinz drei Einrichtungen: ein Assistenzzentrum für Menschen mit psychischen Erkrankungen, eine Obdachlosenunterkunft sowie ein Seniorenheim in Antequera. Insgesamt werden dort jährlich mehr als 1.200 Menschen betreut, wie es in der Mitteilung der Organisation heißt.

Wie das Nachrichtenportal Europa Press berichtet, wird die Aktion gleichzeitig in zahlreichen spanischen Städten durchgeführt. Sie ist bereits die dritte Ausgabe dieser Sensibilisierungskampagne, die den Stigmaabbau gegenüber vulnerablen Gruppen zum Ziel hat. Die Idee dahinter ist einfach: Ein alltäglicher Akt wie das Teilen einer Tasse Kaffee kann die Einsamkeit durchbrechen.


Quelle: europapress.es

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