Junts will Extremen die Stirn bieten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

Junts will Extremen die Stirn bieten

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wahlkampfauftakt in La Garriga

Beim Nationalrat von Junts in La Garriga hat die Partei ihre Spitzenkandidatin für die spanischen Parlamentswahlen offiziell gekürt. Míriam Nogueras, die bisherige Sprecherin der Fraktion im Madrider Abgeordnetenhaus, will mit ihrer Formation den politischen Kurs des Landes entscheidend mitbestimmen. Wie sie vor den Parteigremien ausführte, gehe es bei der Abstimmung im November um die grundlegende Frage, wie viel Selbstbehauptung Katalonien gegenüber der Hauptstadt künftig an den Tag legen könne.

Der Anspruch auf die Mitte

Nogueras skizzierte ihre Partei als Gegenpol zu den zunehmend radikaleren Kräften in der spanischen Politik. Beide großen Lager seien inzwischen stark von ihren jeweiligen Flügeln geprägt, argumentierte sie. In diesem Umfeld sei es geradezu revolutionär, eine Position der politischen Mitte zu vertreten und auf solide Sacharbeit zu setzen. Wer diese Rolle übernehme, müsse jedoch mit Anfeindungen rechnen und standhaft bleiben, so die Politikerin. Junts verstehe sich als Sammelpunkt für all jene, die von der Extrempolitik ermüdet seien.

Kritik an Madrider Entscheidungen

Deutliche Worte fand Nogueras mit Blick auf die Gesetzgebung der sozialdemokratischen Minderheitsregierung von Pedro Sánchez. Namentlich die jüngsten Initiativen zur Wohnungsmarktregulierung seien unverantwortlich gewesen. Die von Junts im Parlament blockierten Verordnungen hätten die Lage für die Bürger eher verschärft, anstatt sie zu verbessern. Katalonien dürfe nicht länger die Last fragwürdiger Beschlüsse aus Madrid tragen, zumal die regionale Mittelschicht ohnehin stark belastet sei.

Seitenhieb auf die Regionalregierung

Auch mit der politischen Führung in Barcelona rechnete die Spitzenkandidatin ab. Die sozialistische Generalitat unter Salvador Illa komme ihrer Aufgabe nicht nach und diene lediglich als verlängerter Arm der PSOE. In den entscheidenden Momenten hingegen sei es Junts gewesen, die Fehlentwicklungen verhindert habe – sowohl gegenüber den als ruinös bezeichneten Konzepten der spanischen Linken als auch gegenüber den rückwärtsgewandten Vorstellungen der Rechten.

Kandidaten für beide Kammern

Die Parteigremien bestätigten am Samstag ohne Gegenstimme die vollständigen Wahllisten. Neben Nogueras, die im Wahlkreis Barcelona antritt, führen Josep Maria Cruset, Marta Madrenas und Isidre Gavin die Tickets für Tarragona, Girona beziehungsweise Lleida an. Für den Senat kandidieren in Barcelona unter anderem Josep Maria Vila d'Abadal, Anna Cols und Oriol Izquierdo. Cruset zeigte sich überzeugt, dass die Umfragen am Wahlabend viele Beobachter überraschen dürften. Madrenas ergänzte, die Verteidigung der katalanischen Interessen in Madrid sei zwar mitunter mühsam, aber die Kosten einer konsequenten Enthaltung wären ungleich höher.

Wie die Parteiführung weiter mitteilte, sehen sich die Kandidaten als Anwälte der arbeitenden Bevölkerung und der Mittelschicht in Katalonien. Man gehe mit Zuversicht in den Wahlkampf und wolle die vergangenen drei Jahre als lehrreiche Erfahrung nutzen.


Quelle: europapress.es

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