Japans MMX-Sonde startet Richtung Marsmond

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Japans MMX-Sonde startet Richtung Marsmond

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein historischer Schritt für die Planetenforschung

Während Europa auf den nächsten Ariane-Start blickt, hat Japan längst die Nase vorn. Die Raumsonde „Martian Moons eXploration" (MMX) ist am späten Montagabend planmäßig vom Weltraumbahnhof Tanegashima gestartet. An Bord: die Hoffnung, eines der größten Rätsel des Sonnensystems zu lösen. Es geht um nichts Geringeres als die Herkunft der beiden Marsmonde – und die Frage, wie der Rote Planet sein Gesicht verloren hat.

Fobos und Deimos: Zeugen einer gewalttätigen Vergangenheit

Seit ihrer Entdeckung durch den US-Astronomen Asaph Hall im Jahr 1877 geben die zwei winzigen Begleiter des Mars der Wissenschaft Rätsel auf. Sind sie eingefangene Asteroiden? Oder Trümmer einer Kollision? MMX soll diese Frage nun endgültig beantworten. Die Sonde wird nicht nur beide Himmelskörper kartieren, sondern erstmals Bodenproben von Phobos einsammeln und zur Erde zurückbringen. Die Erwartungen sind gewaltig.

Besonders brisant: Die Proben könnten Mikrofragmente des Mars selbst enthalten. Material, das einst durch Einschläge von der Marsoberfläche geschleudert wurde und sich über Jahrmillionen auf dem Mond abgelagert hat. „MMX wird die ersten Proben vom Mars-System zur Erde bringen", erklärt Juan Alday vom Institut für Astrophysik von Andalusien (IAA-CSIC). Der Forscher, der von der ESA in das Mars Science Strategy Team berufen wurde, sieht darin einen Meilenstein: „Der Start ist der Beginn eines hochspannenden Abenteuers – technisch wie wissenschaftlich."

Atmosphärenforschung im Doppelpack

Doch die Mission ist mehr als ein Probenlieferant. Parallel zur Untersuchung der Monde richtet MMX den Blick auf die dünne Atmosphäre des Roten Planeten. Wie verliert der Mars seine Gase ins All? Welche Prozesse haben aus einem einst warmen, dichten Klima die heutige Kältewüste gemacht? Alday wird die Daten der japanischen Sonde mit denen der europäischen Sonde ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) kombinieren. Das Zusammenspiel der Instrumente erlaubt erstmals einen Blick auf verschiedene atmosphärische Schichten gleichzeitig – ein entscheidender Vorteil gegenüber isolierten Messungen.

Wer jetzt noch glaubt, die Zukunft der Raumfahrt liege allein in den Händen der Amerikaner oder der Europäer, wird eines Besseren belehrt. Japan demonstriert mit MMX nicht nur technologische Exzellenz, sondern auch wissenschaftlichen Mut. Die Daten, die diese Mission liefern wird, könnten das Lehrbuch der Planetologie neu schreiben. Europa täte gut daran, nicht nur zuzuschauen.


Quelle: europapress.es

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