
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Impfoffensive ohne Termin: Baskenland geht voran
Bürokratie ade: Der Kampf gegen die Herbstwelle wird praktisch
Während in anderen Regionen Europas noch darüber diskutiert wird, wie man die Bevölkerung zur Impfung bewegt, schreitet das Baskenland zur Tat. Wer jetzt noch zögert, sich gegen Grippe und Covid-19 zu immunisieren, dem wird ab Montag jeder Vorwand genommen. Zwölf spezielle „Txertogunes“ – Impfzentren – öffnen in den drei Provinzen ihre Pforten, ohne Termin, ohne Wartezeit, ohne Wenn und Aber. Das ist gelebte Pragmatik in der Gesundheitspolitik.
Der Einwand der Impfgegner verpufft
Kritiker mögen einwenden, dass es sich hierbei um eine art "Impfpflicht durch die Hintertür" handele. Doch dieser Vorwurf ist absurd. Es geht nicht um Zwang, sondern um Angebot. Wer sich nicht impfen lassen will, lässt es eben bleiben. Aber wer es will, dem wird die Entscheidung jetzt so einfach wie möglich gemacht. Genau das ist der Unterschied zwischen einer staatlichen Gesundheitsvorsorge, die den Bürger ernst nimmt, und einer, die ihn bevormundet.
Zahlen, die beeindrucken – und verpflichten
Osakidetza, der Gesundheitsdienst des Baskenlandes, hat bereits über 266.000 Termine für die Grippeimpfung vergeben. Über 202.000 Dosen wurden in der Primärversorgung verabreicht, mehr als 129.000 gegen Covid-19. Doch das reicht offenbar nicht. Die Behörden wissen: Jede Impfung, die jetzt verabreicht wird, entlastet später das Krankenhaus. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 605 Grippefälle und 2.045 Covid-19-Infektionen in der Primärversorgung, 79 Krankenhauseinweisungen wegen Grippe und 381 wegen Covid-19. Vier Menschen liegen derzeit auf der Intensivstation.
Der Hebel für den Herbst
Mit der Eröffnung der zwölf Zentren, die von Montag bis Sonntag geöffnet sind und auch Familien mit Kindern ab sechs Monaten empfangen, wird der Zugang zur Impfung radikal vereinfacht. Die Verstärkung der Teams um 225 Pflegekräfte und 85 Verwaltungsmitarbeiter zeigt: Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Wie das baskische Gesundheitsministerium berichtet, liegt der Fokus besonders auf schwangeren Frauen und medizinischem Personal – zwei Gruppen, die eine Schlüsselrolle in der Prävention spielen. In einer Zeit, in der andere über das Ob diskutieren, löst das Baskenland das Wie. Das ist mehr als nur eine Impfkampagne – es ist ein Statement.
Quelle: europapress.es