Illegale Potenzpille: „El Toro“ vom Markt genommen

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Spanien

Illegale Potenzpille: „El Toro“ vom Markt genommen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein vermeintlich natürliches Wundermittel entpuppt sich als riskantes Medikament

Wer unter Potenzproblemen leidet, ist oft verzweifelt und greift schnell zu vermeintlich harmlosen Helfern aus dem Internet oder der Apotheke. Doch genau dort lauert eine teuflische Gefahr: Die spanische Arzneimittelbehörde AEMPS hat den Verkauf des Präparats „El Toro“ gestoppt und das Mittel aus dem Verkehr gezogen. Der Grund ist ein Skandal, der zeigt, wie skrupellos Hersteller mit der Gesundheit von Männern spielen.

Wie die Behörde mitteilt, steckt in dem als natürliches Nahrungsergänzungsmittel deklarierten Produkt eine ordentliche Portion Sildenafil – der Wirkstoff, der auch in Viagra steckt. Doch davon kein Wort auf dem Etikett. Der Konsument wird bewusst getäuscht und schluckt im Glauben an einen pflanzlichen Booster ein hochwirksames Arzneimittel, das strenger Kontrolle unterliegen müsste.

Die unsichtbare Gefahr fürs Herz

Genau hier beginnt das eigentliche Problem. Sildenafil ist kein harmloses Zuckermittelchen. Es greift massiv in den Blutkreislauf ein, indem es die Phosphodiesterase-5 hemmt und so den Blutfluss in den Schwellkörpern erhöht. Das klingt simpel, ist aber für Millionen Männer lebensgefährlich. Denn wer unter Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder einer koronaren Herzkrankheit leidet – oft ohne es zu wissen –, der spielt mit seinem Leben.

Die AEMPS ist hier glasklar: Das Zeug ist kontraindiziert bei akuten Herzinfarkten, instabiler Angina pectoris, unkontrolliertem Bluthochdruck und sogar nach einem Schlaganfall. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, etwa Nitraten, können zu einem dramatischen Blutdruckabfall führen. Die Liste der möglichen Nebenwirkungen liest sich wie ein Medizinlehrbuch der Katastrophen: Herzinfarkt, Kammerflimmern, Schlaganfall, plötzlicher Herztod. Das ist kein Pappenstiel, das ist russisches Roulette.

Der Staat muss härter durchgreifen

Dass die Behörden das Produkt nun entdeckt haben, ist begrüßenswert – aber es wirft auch Fragen auf. Wie viele solcher Präparate kursieren noch auf dem Markt? Wie viele Männer schlucken täglich Substanzen, deren Inhaltsstoffe sie nicht kennen? Das System der Kontrollen ist offensichtlich löchrig. „El Toro“ konnte offenbar unbehelligt vertrieben werden, bis die Polizei in Asturien stutzig wurde. Das ist ein Weckruf.

Jetzt gilt es, nicht nur dieses eine Produkt zu verbannen, sondern die gesamte Branche der „Lifestyle-Ergänzungsmittel“ unter die Lupe zu nehmen. Verbraucher haben ein Recht auf klare Etiketten und keine versteckten Wirkstoffe. Die Unternehmen müssen sich ihrer Verantwortung stellen – und die Behörden ihrer Kontrollpflicht. Wer hier weiter wegschaut, macht sich mitschuldig an den nächsten Todesfällen.

Die Botschaft an alle Betroffenen ist einfach und unmissverständlich: Wer echte Potenzprobleme hat, gehört in ärztliche Hände. Der Griff zu anonymen Pillen ist kein Lösungsweg, sondern ein Seiltanz ohne Netz.

Quelle: Informationen basierend auf einer Mitteilung der AEMPS, aufgegriffen von axarquiaplus.es.


Quelle: axarquiaplus.es

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