Hotels reagieren auf Wohnungskrise mit Mietzuschüssen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Hotels reagieren auf Wohnungskrise mit Mietzuschüssen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wohnungsnot belastet Personalrekrutierung

Die Hoteliers in Palma sehen sich gezwungen, eigene Lösungen für die Unterbringung ihrer Beschäftigten zu entwickeln. Wie die Branchenvereinigung Hotelera de Palma mitteilt, gewähren mehrere Betriebe direkte Zuschüsse zu den Mietkosten oder stellen eigens dafür vorgesehene Räumlichkeiten für ihre Angestellten bereit. Hintergrund ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt der Balearen, die sich während der Hochsaison besonders deutlich bemerkbar macht.

Branchenverband fordert politisches Handeln

Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Saison zog Francisco Serrano, Präsident des Hotelverbands, eine zwiespältige Bilanz. Einerseits bewertete er die vergangenen Monate mit einer durchschnittlichen Auslastung von 89 Prozent als positiv. Andererseits verwies er auf die wachsende Problematik der Wohnraumbeschaffung, die nicht nur Einheimische betreffe, sondern zunehmend auch Arbeitskräfte aus verschiedenen Wirtschaftszweigen. Serrano forderte die Politik auf, „mutige Entscheidungen“ zu treffen, um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Unterschiedliche Strategien der Betriebe

Die Reaktionen der einzelnen Häuser fallen unterschiedlich aus, wie der Verband erläuterte. Während einige Hotels leerstehende Flächen in Unterkünfte für ihre Teams umfunktioniert haben, setzen andere auf finanzielle Hilfen für die Wohnungssuche ihrer Mitarbeiter. Diese Maßnahmen seien notwendig geworden, um überhaupt Personal für die Saison gewinnen zu können.

Stabilität als Standortvorteil

Serrano betonte, dass ganzjährig geöffnete Hotels mit festen Arbeitsverträgen und geringer Fluktuation einen klaren Wettbewerbsvorteil besäßen. Die größten operativen Schwierigkeiten entstünden hingegen bei kurzfristigen Verstärkungen und der Vertretung von erkrankten Beschäftigten. Die Geschäftsführerin des Verbands, Mercè Peñaranda, ergänzte, dass die Ausfallquoten in einzelnen Betrieben während der Hochsaison Spitzenwerte von fast 30 Prozent erreichten. Im Jahresdurchschnitt liege dieser Wert bei 14,8 Prozent.

Die von der Branche ergriffenen Maßnahmen zeigen, wie tiefgreifend die Wohnungsfrage inzwischen den Tourismussektor der Inseln beeinflusst. Ob die politischen Instanzen den Forderungen nach einer Entspannung des Marktes nachkommen werden, bleibt abzuwarten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Betriebe ihre Strategien beibehalten oder weiter anpassen müssen. Wie die Vereinigung mitteilte, beobachte man die Entwicklung des Wohnungsmarktes weiterhin genau und werde bei Bedarf nachsteuern.


Quelle: europapress.es

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