almayate

Hornillo-Strand: Mehr Schein als Sein?

von Sabine Keller

Wieder einmal wird an Spaniens Küsten gefeilt, als ließe sich mit ein paar Handgriffen die Idylle zementieren. David Vilches, zuständiger Gemeinderat für Strände, und Jesús María Claros, Vizebürgermeister von Almayate, präsentieren stolz die jüngsten Aufwertungsmaßnahmen am Playa del Hornillo. Der Rettungsposten wurde komplett erneuert – der alte war schlichtweg weggesackt, die Basis war marode. Ein neuer Wachturm mit besserer Sicht soll die Sicherheit erhöhen. Eine Betonpassage und Kunstrasen schaffen eine „komfortablere“ Ruhezone. Und die berühmte Duschstation „El Toro“ sprudelt endlich wieder, nachdem ein neues Rohrleitungsnetz den Wasserdruck stabilisiert hat.

Das klingt nach verantwortungsvoller Kommunalpolitik. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Diese Maßnahmen sind reine Symptombekämpfung, kein strategischer Wurf.

Denn was nützt der schickste Wachturm, wenn das eigentliche Problem – der Massenansturm an Sommertagen – ungelöst bleibt? Der Strandparkplatz wurde zwar auf über hundert Stellplätze gebracht, aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Anwohner fordern seit Jahren eine vernünftige Verkehrsanbindung, keine weiteren Betonflächen, die den Naturraum zerschneiden. Die ökologische Frage wird elegant übergangen: Ein Bach wurde freigeschnitten, der Zugang verbessert – aber von nachhaltigem Küstenschutz oder Renaturierung kein Wort.

Die beiden Lokalpolitiker betonen unisono, die Arbeiten seien Bürgerwünsche gewesen. Mag sein. Doch wer die wahren Prioritäten setzt, zeigt sich am Geld: Statt in langfristige Lösungen gegen Erosion oder Übernutzung zu investieren, klebt man Pflaster auf Risse. Die Dusche läuft wieder – während die Region um Málaga unter chronischem Wasserstress leidet. Ein höhnischer Kontrast.

Fazit: Die neuen Anlagen am Hornillo-Strand sind nett gemeint, aber sie kaschieren, dass die eigentlichen Baustellen an Spaniens Küsten unangetastet bleiben. Solange Schönheitsreparaturen als Fortschritt verkauft werden, dürfen wir uns nicht wundern, wenn die nächste Flut die Basis wieder wegspült.

Quelle: AxarquiaPlus


Quelle: axarquiaplus.es