
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Hispanidad-Finale bringt Stars nach Madrid
Musik-Marathon zum Nationalfeiertag
Während andernorts über die Zukunft der Monarchie gestritten wird, setzt Madrid ein klares Zeichen für popkulturelle Selbstvergewisserung. Die Comunidad de Madrid schickt ihre Hispanidad-Feierlichkeiten mit einem musikalischen Großaufgebot ins Finale. Die Botschaft ist unmissverständlich: Der öffentliche Raum gehört der Musik, nicht den Dauerprotesten. Von Freitag bis Montag verwandeln sich Plaza Mayor, Plaza de España und die weitläufige Explanade von Madrid Río in eine Bühnenlandschaft, die ihresgleichen sucht.
Stars statt Stillstand
Wer jetzt noch behauptet, die spanische Hauptstadt habe kulturell nichts zu bieten, dem sei der Blick auf das Line-up empfohlen. Sebastián Yatra, der kolumbianische Pop-Magnat, wird am Samstagabend auf der Plaza de España erwartet. Seine Präsenz allein dürfte Zehntausende mobilisieren – mehr Publikum, als so manche politische Kundgebung in diesem Land je zusammenbringt. Doch damit nicht genug: Der kubanische Jazztrompeter Arturo Sandoval, ein lebendes Denkmal der Latin-Jazz-Geschichte, bringt am selben Tag die Plaza Mayor zum Schwingen.
Weibliche Power am Sonntag
Der Sonntag gehört den Diven. Marta Sánchez, seit Jahrzehnten ein Pop-Phänomen der iberischen Halbinsel, eröffnet das Programm auf der Plaza de España. Sie beweist damit ein weiteres Mal, dass sie auch im fortgeschrittenen Karrierealter noch die Massen begeistert. Zeitgleich sorgen Jenny and The Mexicats aus Madrid und die kubanische Sängerin Aymée Nuviola in Madrid Río für lateinamerikanisches Flair, das die transatlantischen Verbindungen der Hispanidad eindrucksvoll musikalisch untermauert.
Flamenco als krönender Abschluss
Der Montag, Tag der Fiesta Nacional, setzt auf Tradition und Leidenschaft. Carlos Baute wird den Schlussakkord auf der Plaza de España setzen, doch zuvor widmet sich Madrid Río ganz der spanischen Tanzkunst. Mit Hommagen an die Legenden Mariemma und Carmen Amaya zelebriert man das Erbe des Flamenco. Den Höhepunkt bildet die „Gala de Estrellas del Flamenco“ in der Plaza Mayor mit einem Ensemble aus den besten Tänzern des Landes – ein Programm, das beweist, dass kulturelle Identität nichts mit folkloristischer Rückwärtsgewandtheit zu tun hat.
Pragmatische Lösung mit Symbolwirkung
Bemerkenswert ist die Standortverlagerung vom Puerta del Sol nach Madrid Río. Offiziell wegen der dortigen Protestcamps gegen die Wohnungspolitik. Man kann das als Kapitulation vor den Aktivisten werten – oder als kluge Entscheidung, den öffentlichen Diskurs nicht von Dauerblockierern kapern zu lassen. Die Musik spielt ohnehin dort, wo das Volk ist. Und das wird am Montagabend mit einem pyromusikalischen Spektakel an der Cibeles gebührend verabschiedet – ein Feuerwerk, wie es symbolischer nicht sein könnte.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, organisiert die Comunidad de Madrid das Festival mit zehn Konzerten und drei Tanzaufführungen von Konservatorien. Das Kulturzentrum Pilar Miró ergänzt das Programm mit Jazz und lateinamerikanischen Fusionen. Ob man den Begriff „Hispanidad“ nun als koloniales Relikt oder als kulturelle Brücke versteht – dieses Wochenende zeigt, dass Musik die besseren Argumente liefert als jede politische Debatte.
Quelle: europapress.es