Herkunftsschutz: Mallorca feiert Beitritt zu Origen España

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Balearische Inseln

Herkunftsschutz: Mallorca feiert Beitritt zu Origen España

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein starkes Signal für die Insellandwirtschaft

Die spanische Vereinigung der Herkunftsbezeichnungen hat einen historischen Schritt vollzogen. Mit dem Beitritt der geschützten Ursprungsbezeichnungen (DOP) für die mallorquinische Tafelolive und das Insel-Olivenöl erreicht Origen España die stolze Zahl von 100 Mitgliedern. Dieser Zusammenschluss ist weit mehr als eine administrative Formalie – er ist ein Bollwerk gegen die Industrialisierung der Lebensmittelproduktion.

Gegründet im Jahr 2008 mit gerade einmal drei Mitgliedern, hat sich der Verband zu einer Schaltzentrale der kulinarischen Identität Spaniens entwickelt. Die Botschaft ist klar: Qualität, Herkunft und Handwerk haben Vorrang vor Massenware und Beliebigkeit.

Ein Bündnis für die "Vorratskammer Spaniens"

Präsident Ángel Pacheco feiert den Beitritt der beiden mallorquinischen DOPs als eine Frage der Ehre. Man verstehe sich als Botschafter der spanischen Speisekammer, die von Weinen über Käse bis hin zu Obst und Gemüse reicht – allesamt geschützt durch das blaue und gelbe EU-Siegel.

Doch die Ambitionen gehen tiefer. Es geht nicht nur um Marketing, sondern um die Verteidigung eines Produktionsmodells, das seit Generationen die Landschaften prägt. Die Insel-Gütesiegel seien "große Beispiele für die Verteidigung einer handwerklichen Produktion", so Pacheco. Sie seien das Ergebnis jahrhundertealter Tradition und der einzigartigen Umweltbedingungen der Insel.

Die strategischen Ziele des Verbandes sind ambitioniert: Man will den Wert der Produkte für die nachhaltige Entwicklung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und gleichzeitig einen besseren, effektiveren Schutz der Bezeichnungen auf EU-Ebene durchsetzen. Kernforderung ist die Schaffung eines Netzwerks, das die Erzeuger direkt mit den Behörden verbindet und den Verbraucher über die Bedeutung der Siegel aufklärt.

Vom Niedergang zur Renaissance: Das Öl von Mallorca

Die Geschichte des Olivenöls auf Mallorca ist ein Lehrstück über wirtschaftlichen Wandel. War die Produktion im 18. und 19. Jahrhundert noch ein Wirtschaftsmotor, der Tausende beschäftigte und Grundlage für Seifenherstellung war, brach der Handel im 20. Jahrhundert drastisch ein.

Erst die Gründung der DOP im Jahr 2002, verbunden mit der EU-Registrierung, leitete die Wende ein. Heute umfasst das Schutzgebiet über 3.600 Hektar mit rund 500.000 Olivenbäumen. Fast 800 Landwirte, 11 Ölmühlen und 19 Abfüllbetriebe profitieren von dem Siegel.

Joan Mayol, Präsident der DOP Aceite de Mallorca, zeigt sich kämpferisch. Die Bilanz sei positiv, die Wiederbelebung der Plantagen geglückt und der Export angekurbelt worden. Doch er mahnt: Die Arbeit müsse "gerecht entlohnt" werden. Nur so lasse sich das landwirtschaftliche und ökologische Erbe bewahren. Die Sicherung der Rentabilität ist die größte Herausforderung – und genau hier soll die Schlagkraft von Origen España helfen.

Einzigartige Landschaft als Schutzgut: Die Tafelolive

Während das Öl auf eine lange Industriestraße zurückblickt, ist die Tafelolive ein Phänomen der jüngeren Geschichte. Erst 2014 wurde die DOP für die mallorquinische Olive von der EU-Kommission anerkannt. Seitdem ist das Siegel das Fundament für den Erhalt einer mühseligen Anbauweise.

Die Bäume, oft "Jahrhunderte alt, sogar tausendjährig", stehen in den Trockenmauerterrassen der Serra de Tramuntana. Da schwere Maschinen in den steilen Lagen nicht eingesetzt werden können, ist jede Ernte pure Handarbeit. Dies sichert nicht nur die Qualität, sondern erhält das UNESCO-Weltkulturerbe der Kulturlandschaft, schützt vor Waldbränden und verhindert das Veröden der Höfe.

Andreu Oliver, Präsident der DOP, bringt es auf den Punkt: Wer diese Olive probiert, "schmeckt ein Produkt, das identisch mit dem unserer Großväter ist". Die Rezepte sind uralt, die Verarbeitung traditionell. Mit rund 70.000 Bäumen auf 500 Hektar geht es nun darum, diese Delikatesse über die Inselgrenzen hinaus bekannt zu machen. Der nächste Schritt der mallorquinischen Landwirtschaft führt hinaus in die Welt – gestärkt durch ein Netzwerk von 100 Verbündeten.

Basierend auf einem Bericht von Europa Press.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Mallorca & Balearische Inseln