Handy am Steuer: 136 Bußgelder in Sevilla

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Handy am Steuer: 136 Bußgelder in Sevilla

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Kampagne gegen Ablenkung im Straßenverkehr

Die spanische Verkehrsbehörde DGT hat die Ergebnisse ihrer gezielten Kontrollwoche zur Bekämpfung von Ablenkung am Steuer vorgelegt. Im Zeitraum vom 5. bis 11. Oktober führte die Guardia Civil in der Provinz Sevilla verstärkte Überwachungsmaßnahmen durch. Insgesamt wurden dabei 190 Kontrollpunkte eingerichtet, an denen die Beamten mehr als 15.700 Fahrzeuge überprüften.

Handynutzung dominiert die Statistik

Die Bilanz zeigt ein klares Bild: Von den 287 geahndeten Verstößen im Zusammenhang mit Unachtsamkeit entfielen 136 Fälle allein auf das Halten und Benutzen von Mobiltelefonen während der Fahrt. Dieser Anteil von 47,4 Prozent liegt laut den Behörden um fünf Prozentpunkte höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahlen stammen aus einem offiziellen Bericht der Verkehrsgruppe der Guardia Civil.

Besorgniserregende Einzelfälle

Besonders auffällig ist das Verhalten einiger Autofahrer in Bezug auf die Sicherheitsgurte. Vier Fahrer wurden dabei erwischt, wie sie den Gurt erst anzulegen versuchten, als sie die Polizeistreife bemerkten. Zwar ist diese Zahl im Vergleich zu 30 Fällen im Vorjahr deutlich gesunken, dennoch dokumentiert sie ein bewusstes Umgehen der Sicherheitsvorschriften. Zudem wurden Verstöße wegen nicht angeschnallter Kinder oder fehlender Kindersitze registriert.

Die Beamten stellten außerdem 18 Verstöße wegen der Nutzung von Kopfhörern oder anderer elektronischer Geräte zur Navigation fest. Diese Handlungen sind in Spanien ausdrücklich verboten, da sie das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigen.

Alkohol und Drogen als zusätzlicher Risikofaktor

Ein besorgniserregender Zusammenhang ergibt sich aus den Kontrollergebnissen zur Fahrtüchtigkeit. 70 der sanktionierten Fahrer standen nicht nur unter dem Einfluss von Ablenkung, sondern zusätzlich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. In 48 Fällen überschritt der Atemalkoholtest die zulässigen Grenzwerte, bei 22 weiteren Fahrern schlug der Drogenschnelltest positiv an.

Strafrechtliche Konsequenzen

Die Bilanz der Kontrollwoche umfasst zudem fünf Anzeigen wegen möglicher Straftaten. Diese betreffen schwerwiegende Vergehen wie Trunkenheit am Steuer, rücksichtsloses Fahren sowie das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis. Diese Fälle werden nun von den zuständigen Gerichten bearbeitet.

Die Behörden betonen, dass Ablenkung nach wie vor die häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle in Spanien ist. In etwa 30 Prozent der Unfälle mit Todesfolge spielt sie eine entscheidende Rolle. Die Kampagne zielte daher nicht nur auf das Verhängen von Strafen ab, sondern auch auf die Sensibilisierung der Autofahrer für die Gefahren von Aktivitäten wie Essen, Rauchen oder dem Bedienen von Infotainmentsystemen während der Fahrt.

Wie die Dirección General de Tráfico mitteilt, haben sich auch die lokalen Polizeibehörden an der Initiative beteiligt, die Kontrollen auf den Straßen in ihrer Zuständigkeit durchführten. Die Auswertung der Kontrollwoche basiert auf dem offiziellen Bericht der Guardia Civil, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.


Quelle: europapress.es

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