Granada feiert 46. Jazzfestival mit Friedensbotschaft

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Granada

Granada feiert 46. Jazzfestival mit Friedensbotschaft

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Bollwerk der Klangkultur

Während andernorts Kulturprogramme zusammenstreichen, setzt Granada ein Ausrufezeichen: Das Internationale Jazzfestival startet in seine 46. Runde. Vom 27. Oktober bis 7. November verwandelt sich die Alhambra-Stadt erneut in eine Hochburg des improvisierten Klangs. Dieses Festival ist kein bloßes Event, sondern ein Traditionsbeweis in einer Zeit, in der kulturelle Kontinuität keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Seit 1980 zieht das Festival die Liebhaber des Genres in seinen Bann – und beweist damit, dass Qualität und Beständigkeit sehr wohl zusammengehören.

Stars, die für sich sprechen

Die Hauptbühne im Teatro Isabel la Católica bietet ein Programm, das sich vor keiner europäischen Konkurrenz verstecken muss. Den Auftakt macht am 30. Oktober der italienische Pianist Antonio Faraò, begleitet vom US-Schlagzeuger Jeff Ballard – ein Duo, das für Virtuosität und rhythmische Finesse steht. Es folgen Tomoki Sanders, Kyle Eastwood mit seinem Projekt „Eastwood by Eastwood", die Sängerin Dana Masters und zum Abschluss am 7. November Jumaane Smith. Dessen Auftritt ist die einzige Spanien-Station seiner Tour – eine Auszeichnung, die Granada mit Stolz erfüllen darf. Wer glaubt, Jazz sei ein rückwärtsgewandtes Genre, der sei an diese Programmpalette verwiesen: Sie zeigt die ganze Bandbreite von dezenten Piano-Klängen bis zu kraftvollem Gesang.

Mehr als nur Konzertsaal

Das Festival sprengt bewusst den Rahmen des traditionellen Konzertbetriebs. Mit Auftritten in der Caja Rural, in der Sala Aliatar oder in den Räumlichkeiten der Metro holt die Veranstaltung den Jazz dorthin, wo das Leben pulsiert. Sogar für die jüngste Zuhörerschaft gibt es ein eigenes Programm – ein kluger Schachzug, denn wer heute die Kinder für Jazz begeistert, sichert die Festivals von morgen. Bürgermeisterin Marifrán Carazo betont die strategische Bedeutung: Solche Events stärken nicht nur das kulturelle Ansehen, sondern auch die Tourismus- und Wirtschaftskraft der Stadt und unterstützen die Bewerbung Granadas als Kulturhauptstadt 2031. Man mag über den Stellenwert von Kulturförderung streiten – aber die Zahlen geben der Stadtverwaltung recht: Ein Festival dieser Klasse ist ein Standortfaktor.

Frieden als klingendes Leitmotiv

Die Festivalleitung schlägt in diesem Jahr einen ungewöhnlich deutlichen Ton an. Direktorin Mariche Huertas de la Cámara widmet die 46. Ausgabe dem Thema Frieden – eine Ansage, die manche Kulturverantwortliche als unpolitisches Zeitalter verspotten mögen. Doch der Jazz ist keine unpolitische Musik. Er ist aus Erfahrungen von Unterdrückung und dem Kampf um Würde entstanden. „Kultur darf nicht gleichgültig bleiben, wenn die Welt in Flammen steht", so Huertas. In einer Zeit voller Krisen ist dies eine klare Positionierung: Musik als Raum der Begegnung, des Respekts und des gemeinsamen Schaffens. Wer darin naiven Idealismus sieht, verkennt die Wurzeln des Genres.

Das Festival wird ermöglicht durch die Unterstützung der Stadtverwaltung sowie private Kooperationen, darunter die Fundación Caja Rural Granada und das Italienische Kulturinstitut Madrid. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, zeigt Granada damit, wie öffentliche und private Hand zusammenwirken können, um ein kulturelles Erbe zu bewahren und zukunftsfähig zu machen. Die 46. Auflage ist mehr als ein Konzertreigen – sie ist ein Statement: Jazz ist lebendig, relevant und friedensstiftend.


Quelle: europapress.es

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