Gigafabrik für KI: Spanien greift nach europäischem Großprojekt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Gigafabrik für KI: Spanien greift nach europäischem Großprojekt

von Clara Weber

Spanien stellt die Weichen für die KI-Zukunft

Mit einer heute im Ministerrat beschlossenen Finanzspritze von bis zu 719 Millionen Euro geht Spaniens Bewerbung für ein europäisches Leuchtturmprojekt in die heiße Phase. Die Regierung autorisierte die Mittelüber die staatliche Gesellschaft für technologische Transformation (SETT), wie aus Kabinettskreisen bekannt wurde. Ziel ist die Schaffung einer sogenannten „Gigafactory“ für Künstliche Intelligenz – ein Hochleistungsrechenzentrum von europäischem Format.

Ein Konsortium der Schwergewichte

Hinter dem ambitionierten Vorhaben steht ein Konsortium unter Führung des Telekommunikationsriesen Telefónica. Weitere namhafte Partner sind der Baukonzern ACS, der Chip-Spezialist Nvidia und die Banco Santander. Die öffentliche Hand beteiligt sich als Minderheitseigner. Geleitet wird das Projekt von Francesc Fajula, dem ehemaligen Geschäftsführer der Mobile World Capital Barcelona.

Der Hauptstandort der geplanten Infrastruktur soll in Móra la Nova in der Provinz Tarragona entstehen. Um die operative Effizienz zu erhöhen und Latenzzeiten zu minimieren, wird zudem ein technischer Zweitsitz in San Fernando de Henares bei Madrid eingerichtet. Die Anlage soll Unternehmen und Institutionen Zugang zu bisher in Europa kaum verfügbarer Rechenpower für die Entwicklung von KI und Spitzentechnologien bieten.

Wettlauf um EU-Fördermittel hat begonnen

Der spanische Vorstoß ist Teil eines größeren europäischen Wettbewerbs. Die Europäische Union plant im Rahmen ihrer Tech-Souveränitätsstrategie, fünf solcher KI-Großrechenzentren zu fördern, um im technologischen Wettbewerb mit den USA und China unabhängiger zu werden. Die offizielle Ausschreibung Brüssels wird für die erste Julihälfte erwartet, wie aus EU-Quellen verlautet. Verhandlungen zwischen den Mitgliedsstaaten hatten den Prozess zuvor verzögert.

Mit der heutigen Genehmigung stellt Spanien die Weichen, um sich als eines der künftigen europäischen Zentren für Hochleistungscomputing zu etablieren. Die finale Entscheidung über die Vergabe der begehrten EU-Mittel fällt in den kommenden Monaten.


Quelle: 20minutos.es