Gerichte in Murcia melden Rekordbelastung

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Region Murcia

Gerichte in Murcia melden Rekordbelastung

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Justiz in der Region Murcia kommt nicht hinterher: Zum Ende des zweiten Quartals 2026 waren an den dortigen Gerichten rund 230.000 Verfahren anhängig. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Obergerichtshof der Region mitteilte. Damit liegt das Wachstum deutlich über dem Landesschnitt – in ganz Spanien stieg die Zahl der offenen Fälle nur um 3,4 Prozent auf rund 4,86 Millionen.

Besonders auffällig ist die sogenannte Litigiositätsrate, also die Zahl neuer Klagen pro 1.000 Einwohner. In Murcia wurden zwischen April und Juni 40,97 Fälle je 1.000 Einwohner registriert – der nationale Durchschnitt liegt bei 39,35. Nur die Kanarischen Inseln, Asturien, Madrid und Katalonien verbuchen höhere Werte.

Zivile Verfahren dominieren die Geschäftslast

Die mit Abstand größte Belastung entfällt auf die Zivilgerichtsbarkeit: Mehr als sechs von zehn laufenden Verfahren betreffen diesen Bereich. Zwar gingen die Neueingänge hier im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent zurück – ein deutlicher Rückgang, der aber auch auf das Nachlassen bestimmter Fallgruppen zurückgeführt werden dürfte. Die Zahl der unerledigten Zivilverfahren sank leicht auf rund 140.800, was einem Minus von 1,9 Prozent entspricht.

Trotz dieser Entspannung bleibt die sogenannte Pendenzrate – das Verhältnis von offenen Fällen zu erledigten – mit 6,07 außergewöhnlich hoch. Zum Vergleich: In ganz Spanien liegt dieser Wert bei 3,58. Das bedeutet: Die Gerichte in Murcia haben gemessen an ihrer Kapazität fast doppelt so viele Altfälle auf dem Tisch wie der Durchschnitt.

Strafjustiz mit deutlich mehr offenen Verfahren

Weniger erfreulich entwickelt sich die Lage im Strafrecht. Hier verzeichneten die Gerichte im zweiten Quartal 33.050 neue Verfahren – ein Plus von 4,4 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der erledigten Fälle um knapp drei Prozent auf rund 30.100. Die Konsequenz: Die Zahl der offenen Strafverfahren schnellte binnen Jahresfrist um 20,8 Prozent auf über 63.400 hoch. Auch bundesweit steigen die Zahlen, allerdings mit 15,9 Prozent weniger stark.

In den beiden kleineren Gerichtszweigen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Verwaltungsgerichtsbarkeit (contencioso-administrativo) bekam 15 Prozent mehr neue Verfahren – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2,7 Prozent im Bundesschnitt. Die offenen Fälle wuchsen hier um 9,3 Prozent auf 7.589. Bei den Arbeitsgerichten legten die Neueingänge um 13,9 Prozent zu (Spanien: 7,1 Prozent). Die Zahl der unerledigten Verfahren stieg dort um moderate 4,7 Prozent auf 18.191 – ein Wert, der unter dem nationalen Zuwachs von zwölf Prozent bleibt.

Insgesamt zeigt sich: Die Gerichte in der Region arbeiten zwar mit hohem Einsatz – die Zahl der erledigten Fälle ging mit 5,4 Prozent weniger stark zurück als im Bundesschnitt (minus 9,9 Prozent). Doch die strukturelle Überlastung bleibt ein drängendes Problem, wie die Zahlen des Consejo General del Poder Judicial (CGPJ) nahelegen.


Quelle: europapress.es

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