
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Galgos-Diebe in Sevilla gefasst
Perfektes Verbrechen? Nicht mit der Guardia Civil
Wer glaubt, Tierdiebstahl sei ein Kavaliersdelikt, der irrt gewaltig. Die jüngste Operation der Guardia Civil in der Provinz Sevilla zeigt, dass es sich hier um organisierte Kriminalität handelt, bei der die Täter vor nichts zurückschrecken – nicht einmal vor grausamer Tierquälerei. Vier mutmaßliche Mitglieder einer Bande sitzen nun in Haft, weil sie acht wertvolle Galgos entwendet haben.
Brutale Methode: Mikrochip einfach herausgeschnitten
Wie die Ermittlungsbehörde mitteilte, schlug die Bande auf einem Anwesen in Bollullos de la Mitación zu. Die Beute: acht für nationale Wettkämpfe registrierte Galgos. Der Besitzer, ein Züchter, der seine Hunde legal und offenbar erfolgreich im Rennsport einsetzt, erstattete Anzeige. Die daraufhin eingeleitete Untersuchung mit dem Namen "Alxaraf-lebrel" entlarvte ein hochprofessionelles Netzwerk, das sich auf genau solche Diebstähle spezialisiert hat.
Die Rettung kam gerade noch rechtzeitig. Bei der Sicherstellung der Tiere entdeckten die Beamten einen verstörenden Umstand: Bei zwei Hunden hatten die Diebe den unter die Haut implantierten Mikrochip brutal entfernt, um die Herkunft der Tiere zu verschleiern. Ein Eingriff, der nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch deutliche Spuren hinterlässt. Die beiden Galgos wiesen Verletzungen auf, die von Tierärzten behandelt werden mussten. Das ist kein simpler Diebstahl mehr, das ist pure Tierquälerei – und genau dafür werden die Täter nun zur Rechenschaft gezogen.
Ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität
Die Festnahme der vier Männer, allesamt Bewohner des berüchtigten Viertels Las Tres Mil Viviendas in Sevilla, ist ein wichtiger Erfolg. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nicht nur Diebstahl mit Einbruch vor, sondern auch schwere Körperverletzung, Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Das Equipo ROCA aus Sanlúcar La Mayor, das auf die Untersuchung von Straftaten im ländlichen Raum spezialisiert ist, hat ganze Arbeit geleistet.
Während Kritiker immer wieder behaupten, die Polizei kümmere sich zu wenig um Tierschutzdelikte, beweist dieser Fall das Gegenteil. Die Beamten haben nicht nur alle acht Hunde ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, sondern auch ein klares Zeichen gesetzt: Wer Tiere stiehlt und misshandelt, muss mit aller Härte des Gesetzes rechnen. Die Justiz wird nun über das Strafmaß entscheiden – und man darf gespannt sein, ob die Richter die Schwere der Tat erkennen.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, hat die Guardia Civil die Ermittlungen abgeschlossen und die vier Beschuldigten der zuständigen Justizbehörde übergeben.
Quelle: europapress.es