Fünf Jahrhunderte andalusisch-ceutischer Geschichte

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Fünf Jahrhunderte andalusisch-ceutischer Geschichte

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Eine Ausstellung zum Nationalfeiertag

Das Archivo Histórico Provincial de Sevilla hat eine neue Ausstellung eröffnet, die der historischen Verbindung zwischen Andalusien und der nordafrikanischen Stadt Ceuta gewidmet ist. Unter dem Titel „Ceuta es España. Cinco siglos de historia compartida entre las dos orillas del Estrecho“ werden bis Ende des Monats sieben ausgewählte Dokumente präsentiert. Sie stammen aus verschiedenen Beständen des Archivs und illustrieren soziale, politische und wirtschaftliche Aspekte der Beziehungen über einen Zeitraum von fünf Jahrhunderten.

Ein Besuch mit Signalwirkung

Die andalusische Kulturministerin Patricia del Pozo wies bei der Eröffnung auf den besonderen zeitlichen Kontext hin: Die Schau falle in eine Woche, in der die spanischen Könige am 13. und 14. Oktober Ceuta und Melilla besuchen werden. Del Pozo betonte die enge Verbundenheit: Die Sache Ceutas sei auch die Sache Andalusiens. Kulturelle und historische Bande hätten eine gemeinsame Erinnerung geschaffen, die belege, dass die autonome Stadt ein tragender Pfeiler der spanischen Identität sei.

Von Gefangenenlösegeld bis Tabakverwaltung

Die älteste der ausgestellten Urkunden stammt aus dem Jahr 1523. Sie dokumentiert die Freilassung von 40 christlichen Gefangenen in Tetuán, die Ende August jenes Jahres aus muslimischer Sklaverei freigekauft wurden. Anfang September erschienen die Befreiten in Ceuta vor dem dortigen Gouverneur, um ihre Rückkehr nach Sevilla zu beurkunden. Bemerkenswert ist, dass Ceuta damals portugiesisch war, die Urkunde jedoch in kastilischer Sprache verfasst wurde und die Route Tetuán–Ceuta–Sevilla nachzeichnet.

Die übrigen Dokumente decken verschiedene Jahrhunderte ab: Ein Rechnungsbuch der königlichen Tabakmanufaktur aus dem Jahr 1732 führt Ceuta als Teil des Verwaltungsbezirks Sevilla auf. Ein Expediente der Marinekanzlei von 1757 befasst sich mit der Überführung dreier Frauen nach Ceuta durch einen Schiffspatron. Fünf Jahre später wird ein Schiffsuntergang nahe der Küste untersucht, bei dem ein mit Lebensmitteln beladener Lastsegler auf dem Weg nach Ceuta sank. Weitere Stücke betreffen den Nachlass eines Artilleriekommandanten der Festung Ceuta aus dem Jahr 1808 sowie notarielle Schriftstücke aus dem 19. Jahrhundert.

Ein Archiv als Spiegel der Beziehungen

Die Ausstellung zeigt laut der andalusischen Regierung, wie die Verbindungen zwischen Sevilla und Ceuta über die Jahrhunderte immer dichter wurden. Die Dokumente entstammen unterschiedlichen Institutionen und belegen, dass die Stadt in Verwaltung, Justiz, Militär, Schifffahrt und Notariatswesen immer wieder auftaucht. Sie bieten damit Einblicke sowohl in historische Großereignisse als auch in den Alltag namentlich nicht bekannter Personen.


Quelle: europapress.es

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