
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Fotograf klagt nach Protest gegen Polizeieinsatz
Ein Fotojournalist hat bei einem Gericht auf Mallorca Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, wirft der Mann Beamten der Bereitschaftspolizei (UIP) vor, ihn bei einer Demonstration Ende Juli in Palma attackiert zu haben.
Der Vorfall ereignete sich während des Protestzugs gegen die Überlastung durch den Tourismus, zu dem die Bewegung „Menys Turisme, Més Vida“ aufgerufen hatte. Der Journalist gibt an, zum Tatzeitpunkt als Freiberufler gearbeitet und die Veranstaltung mit Kamera und Handy dokumentiert zu haben. Die Ausrüstung sei für die Einsatzkräfte gut sichtbar gewesen.
Eskalation nach zweiter Auflösungswelle
Nach Darstellung des Fotografen kam es zunächst zu einer Polizeiaktion, bei der der Platz geräumt worden sei. Die Beamten hätten sich daraufhin zurückgezogen. Kurz darauf habe es einen erneuten Vorstoß der Ordnungskräfte gegeben, in dessen Verlauf der Mann verletzt wurde.
Der Kläger betont, weder Gegenstände geworfen noch sich den Polizisten gegenüber bedrohlich verhalten zu haben. Er habe sich hinter einem Abfallbehälter in Deckung bringen wollen, um die Lage zu filmen. In diesem Moment soll ein Beamter mit einem Schlagstock ausgeholt und ihm einen Schlag gegen den Kopf versetzt haben. Augenscheinlich handelte es sich nach Angaben des Journalisten um einen Einsatzstock mit Ausziehfunktion.
Zur Untermauerung seiner Vorwürfe reichte der Mann Bild- und Videomaterial ein, das den Ablauf zeigen soll. Zudem legte er Fotos von seinen Verletzungen sowie einen ärztlichen Bericht vor. Der Fotograf sieht mögliche Straftatbestände wie Körperverletzung, einen Angriff auf die moralische Integrität sowie eine Behinderung der Ausübung bürgerlicher Rechte als erfüllt an.
Ermittlungen gegen Beamte gefordert
In seiner Anzeige fordert der Journalist das zuständige Gericht auf, die an dem Einsatz beteiligten Polizisten zu identifizieren. Insbesondere soll der Beamte ermittelt werden, der für den Schlag auf seinen Kopf verantwortlich sein soll. Der Fall könnte nun für weitere Debatten über das Vorgehen der Sicherheitskräfte bei Protesten auf den Inseln sorgen.
Quelle: europapress.es