Finanzexperte im Plus-Ultra-Skandal vor Gericht

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Madrid

Finanzexperte im Plus-Ultra-Skandal vor Gericht

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Haftbefehl gegen mutmaßlichen Drahtzieher vollstreckt

Der niederländische Finanzier Simon Lendeert Verhoeven steht am Freitag im Zentrum der juristischen Aufarbeitung des sogenannten Plus-Ultra-Skandals. Der Ermittlungsrichter José Luis Calama von der Audiencia Nacional hat den 57-Jährigen für 9:00 Uhr zu einer Einvernahme geladen. Verhoeven war Mitte September in Deutschland festgenommen und nach Spanien überstellt worden. Nach seiner Aussage vor Gericht wurde er unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt: Die Behörden entzogen ihm seinen Reisepass, untersagten ihm das Verlassen des Landes und ordneten an, dass er sich alle zwei Tage bei der Justiz melden muss.

Vorwürfe wiegen schwer

Die spanischen Ermittler werfen dem Niederländer eine zentrale Rolle in einem Netzwerk vor, das illegale Gelder gewaschen haben soll. Konkret geht es um die Vorwürfe der Unterschlagung, des Einflusshandels, der Geldwäsche und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Das Verfahren richtet sich auch gegen den früheren Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero, der als mutmaßlicher Kopf einer Einflussnahmelobby gilt. Im Fokus steht die staatliche Rettung der Fluggesellschaft Plus Ultra, die während der Corona-Pandemie ein Darlehen in Höhe von 53 Millionen Euro erhielt.

Ermittlungen erstrecken sich über drei Länder

Die polizeilichen Untersuchungen der Steuer- und Wirtschaftsfahndung UDEF zeichnen das Bild einer länderübergreifenden kriminellen Struktur. Die Beamten vermuten ein Netzwerk, das sich über Spanien, Frankreich und die Schweiz erstreckte und unter der Führung von Verhoeven und dem Geschäftsmann Luis Felipe Baca operierte. Baca wurde auf der Karibikinsel Aruba festgenommen. In dem Geflecht soll auch Rodolfo Reyes, ein früheres Vorstandsmitglied von Plus Ultra, als Kunde aufgetreten sein. Reyes gilt als untergetaucht.

Verdacht der Scheinrechnungen

Verhoeven soll laut Ermittlungsrichter Calama eine Schlüsselposition innegehabt haben: Er habe mit seiner Unternehmensstruktur Überweisungen aus dem Ausland an Plus Ultra ermöglicht, die formal als Investitionen oder Kredite deklariert waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass er die Organisation auch mit falschen Rechnungen versorgte. Mehrere internationale Firmen seien dafür genutzt worden, die Geldwäscheaktivitäten zu verschleiern.

Die Aktenlage deutet darauf hin, dass Reyes anordnete, bestimmte Gelder auf den Konten der Fluggesellschaft unverzüglich an drei Dienstleistungsgesellschaften von Verhoeven weiterzuleiten. Von dort aus sollen die Summen auf schwer einsehbare Bankkonten unter anderem in Gibraltar, der Schweiz, Montenegro, Großbritannien und Mauritius geflossen sein. Die Anhörung am Freitag wird nun Aufschluss darüber geben, wie Verhoeven sich zu den Vorwürfen positioniert, die gegen ihn und das Netzwerk erhoben werden. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, hatte er sich nach seiner Überstellung zunächst geweigert, eine Aussage zu machen. Alle Angaben basieren auf Informationen der Ermittlungsbehörden.


Quelle: europapress.es

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