
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Feuersaison 2026: Fläche der Waldbrände in Spanien verdreifacht
Dreißigtausend Hektar in einer Woche
Die aktuellen Daten zum Waldbrandgeschehen in Spanien zeichnen ein dramatisches Bild für das Jahr 2026. Wie das Europäische Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) im Rahmen des EU-Programms Copernicus dokumentiert, wurden seit Jahresbeginn bereits 39.296 Hektaren Landschaft durch Feuer zerstört. Diese Fläche übersteigt den Wert des gleichen Zeitraums im Vorjahr 2025 – damals waren es 12.625 Hektar – um das Dreifache. Die Dynamik der Zerstörung beschleunigt sich: Allein in der ersten Juniwoche (4. bis 10. Juni) fielen 5.949 Hektar den Flammen zum Opfer, ein Vierfaches der Fläche aus der Vergleichswoche 2025.
Die Statistik der Brände: Ein Vergleich
Die Entwicklung zeigt sich nicht nur in der Fläche, sondern auch in der schieren Anzahl der Brandereignisse. Bis zum aktuellen Stichtag registrierte das EFFIS 254 separate Feuerausbrüche. Diese Zahl liegt ebenfalls um ein Dreifaches über der des Vorjahres, in dem zum gleichen Zeitpunkt lediglich 76 Brände erfasst wurden. Auch im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025, der bei 16.356 Hektaren liegt, ist die diesjährige Fläche mehr als doppelt so groß. Allerdings bleibt sie unter dem Negativrekord des gleichen Zeitraums, der bei 65.793 Hektaren liegt.
Das spanische Ministerium für den ökologischen Wandel bestätigt in einer eigenen, vorläufigen Auswertung der Daten aus den Autonomen Gemeinschaften diese alarmierende Tendenz. Die Ministeriumsstatistik, die den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 7. Juni abdeckt, beziffert die abgebrannte Fläche auf 31.292 Hektar – auch hier ein Wert, der dreimal höher liegt als im Vorjahreszeitraum (10.810 Hektar) und die durchschnittliche Fläche der letzten Jahre (27.150 Hektar) übertrifft.
Großbrände und regionale Schwerpunkte
Ein besonders aussagekräftiger Indikator für die Schwere einer Feuersaison ist die Zahl der sogenannten Großbrände. Das Ministerium definiert diese als Feuer, die eine Fläche von mehr als 500 Hektar erfassen. Bis zum 7. Juni 2026 wurden in Spanien bereits acht solcher Großbrände verzeichnet. Das ist die doppelte Menge des Durchschnitts (vier) und liegt deutlich über dem Stand des Vorjahres, zu dem es zu diesem Zeitpunkt nur einen gegeben hatte. Allerdings bleibt die Zahl unter den 15 Großbränden, die im gleichen Zeitraum des Jahres 2023 registriert wurden.
Die betroffenen Regionen verteilen sich über das gesamte Land. In den vergangenen Tagen wurden vor allem Brände in Andalusien (in den Provinzen Huelva, Málaga, Sevilla und Córdoba), in Galicien (A Coruña, Ourense und Lugo) sowie in Katalonien (Lleida) gemeldet. Einer der bedeutendsten Einzelbrände ereignete sich in Villanueva de los Castillejos in der Provinz Huelva. Das mittlerweile gelöschte Feuer verwüstete mehr als 5.000 Hektar auf dem Gebiet dieser und der benachbarten Gemeinden Gibraleón und San Bartolomé de la Torre.
Historischer Kontext und vorläufige Bilanz
Die aktuellen Zahlen sind als eine frühe und vorläufige Bilanz einer Feuersaison zu verstehen, die gerade erst beginnt. Der Vergleich mit 2025 zeigt dabei eine besondere Dynamik: Während das vergangene Jahr zu diesem Zeitpunkt noch relativ ruhig verlief, entwickelte sich insbesondere der August später zu einem der verheerendsten Monate. Die Daten für 2026 deuten darauf hin, dass die kritische Phase in diesem Jahr deutlich früher eingesetzt hat. Ob die Saison am Ende den historischen Negativrekord erreichen wird, bleibt abzuwarten. Die aktuellen Statistiken von EFFIS und dem spanischen Ministerium bilden jedoch eine deutliche Warnung vor einer außergewöhnlich intensiven Waldbrandperiode.
Die Informationen dieses Artikels basieren auf den aktuellsten verfügbaren Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) und den vorläufigen Statistiken des spanischen Ministeriums für den ökologischen Wandel.
Quelle: 20minutos.es