Feuer zwingt Anwohner in die Flucht

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Vélez-Málaga

Feuer zwingt Anwohner in die Flucht

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wenn aus Routine Fahrlässigkeit wird

Es ist ein Szenario, das sich in Andalusien in schöner Regelmäßigkeit wiederholt: ein Funke, eine Unachtsamkeit, und schon steht die Natur in Flammen. Am Samstagnachmittag hat es die Region um Vélez-Málaga getroffen. In El Trapiche mussten binnen kürzester Zeit mindestens zwei Wohnhäuser geräumt werden, zwölf Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Die gute Nachricht: Verletzt wurde niemand. Die schlechte: Das Inferno hätte vermeidbar sein können.

Ein riskantes Terrain

Das Feuer brach in der Gegend um Cañada La Parra aus, einem Gebiet, das wie gemacht scheint für Katastrophen: Mangoplantagen, Avocadohaine, Olivenbäume und dichtes Unterholz wechseln sich ab mit verstreut liegenden Landhäusern. Hinzu kommen steile Hänge, die den Löscharbeiten zu einem regelrechten Hindernislauf machen. Was zunächst wie ein kleiner Flächenbrand wirkte, entwickelte sich schnell zu einem Ernstfall, der die gesamte Region in Atem hält.

Ein Großaufgebot kämpft gegen die Flammen

Die Einsatzkräfte des Infoca-Plans reagierten zunächst mit einer überschaubaren Mannschaft – ein Fehler, wie sich schnell herausstellen sollte. Denn das Feuer breitete sich rascher aus als erwartet, das Kontingent musste mehrfach aufgestockt werden. Am Ende kämpften sechs Gruppen von Forstfeuerwehrleuten, zwei Umweltbeamte, zwei Tanklöschfahrzeuge und mehrere Löschflugzeuge gegen die Flammen. Auch die Provinzfeuerwehr, die Guardia Civil und die örtliche Polizei waren im Einsatz.

Doch der eigentliche Skandal liegt nicht im Einsatz, sondern in der Ursache. Ersten Ermittlungen zufolge soll ein Anwohner durch eine verbotene Verbrennung von landwirtschaftlichen Resten den Brand ausgelöst haben. Man mag es kaum glauben: Während die Region unter Trockenheit leidet und die Waldbrandgefahr auf der Tagesordnung steht, zündelt jemand mit Abfall. Dass dabei Dutzende Menschen ihre Häuser verlassen müssen und wertvolle Ökosysteme in Gefahr geraten, scheint nebensächlich zu sein.

Die Natur als unzuverlässiger Verbündeter

Besonders perfide ist die Lage, weil die Rettungskräfte nicht einmal auf Wetterumschwünge hoffen können. Zwar gilt für die Axarquía eine Wetterwarnung wegen heftiger Regenfälle und Gewittern – die sogenannte DANA „Adam“ zieht über das Mittelmeer. Doch bis zu 20 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde sind keine Garantie für Erlösung, sondern können die Arbeit der Löschteams sogar erschweren. Schlamm, Blitze und unberechenbare Winde machen die Bekämpfung des Feuers zur Nervenprobe.

Die Verantwortlichen tun gut daran, ihre Prioritäten klar zu setzen: Der Schutz von Menschenleben und Eigentum geht vor. Doch solange die Brandstifter von gestern nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wird sich dieser Kreislauf aus Ignoranz und Zerstörung fortsetzen. Es ist höchste Zeit, dass aus Versehen Konsequenzen werden – bevor die nächste Rauchsäule den Himmel über Andalusien verdunkelt.

Wie die Nachrichtenplattform Diario Sur berichtet, bleibt das Ausmaß der Schäden bislang unklar. Die Ermittlungen dauern an.


Quelle: axarquiaplus.es

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