
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Feijóos Kritik an Spaniens Wohnungsmarkt
Scharfe Kritik am dritten Jahrestag
Am dritten Jahrestag des Inkrafttretens des staatlichen Wohnungsgesetzes hat der Vorsitzende der konservativen Volkspartei (PP), Alberto Núñez Feijóo, die Regelung als „interventionistisch" und „katastrophal" bezeichnet. Bei einem Besuch einer öffentlichen Wohnungsbauanlage in Sevilla zog er eine provokante Parallele zwischen der Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt und den jüngsten Enthüllungen um den früheren Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero. „Was im gleichen Tempo wie die Immobilienpreise gestiegen ist, sind die Korruptionsfälle des Sanchismo", erklärte Feijóo mit Blick auf die Regierung von Pedro Sánchez.
Gegenentwurf zur aktuellen Politik
Der Oppositionsführer versucht mit seiner Agenda, den Fokus auf politische Inhalte zu lenken, während die Regierung mit einer Serie von Skandalen konfrontiert ist. Feijóo beklagte, dass die Spanier sich durch die täglichen Schlagzeilen über Korruption, Unterschlagung und Einflussnahme zunehmend mit dem Strafgesetzbuch vertraut machen müssten. Er warnte davor, dass die Bürgerschaft angesichts der anhaltenden Affären nicht mehr zwischen verschiedenen Politikern unterscheiden könne.
In seiner Rede zur Wohnungspolitik forderte er, die Regierung solle sich lieber um die Mehrwertsteuer kümmern als um die Ermittlungen der Steuerfahndung. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt fasste er mit den Worten zusammen: „Mit Sánchez ist Mieten unmöglich, Kaufen ein Privileg." Zur Untermauerung nannte er aktuelle Daten: Die Preise seien doppelt so stark gestiegen wie die Löhne, die Zahl der jungen Eigentümer habe sich halbiert und das reale Nettoeinkommen sei seit 2018 um 3,4 Prozent gesunken.
Milliardenversprechen und konkrete Pläne
Als Alternative zum bisherigen Kurs präsentierte Feijóo das Wohnungskonzept seiner Partei. Dieses setzt auf eine Beschleunigung des Baus, mehr Rechtssicherheit für Eigentümer sowie Vereinfachung und Deregulierung. Das erklärte Ziel: Eine Million neue Wohnungen innerhalb einer Legislaturperiode. „Wenn wir eine Million Wohnungen bauen, schaffen wir jedes Jahr 500.000 Arbeitsplätze", so seine Rechnung. Er zeigte sich überzeugt, dass eine Preisstabilisierung möglich sei und junge Menschen wieder ähnliche Eigentumschancen haben könnten wie frühere Generationen.
Konkret kündigte er zwei Gesetzesvorhaben an, die im Senat bereits zugestimmt wurden, im Kongress aber noch ausstehen. Eine neue Bodengesetz solle eine Genehmigungsfiktion nach 90 Tagen einführen: „Wenn die Gemeinde nicht antwortet, gilt die Lizenz als erteilt." Zudem wolle er die regionalen Bauvorschriften so ändern, dass die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Baugenehmigungen von neun auf drei Monate sinkt. Für junge Menschen verspricht er eine sogenannte Haushalts-Sparkasse und deutliche Steuersenkungen: eine reduzierte Einkommenssteuer für Berufseinsteiger über vier Jahre, eine Senkung der Grunderwerbssteuer von zehn auf vier Prozent und eine Mehrwertsteuerreduktion für Neubauten von zehn auf vier Prozent.
Wie die Zeitung 20 Minutos berichtet, verfolgt der PP-Chef mit dieser Terminwahl in Andalusien das Ziel, seine politischen Alternativen sichtbar zu machen und den angestrebten Machtwechsel zu untermauern.
Quelle: 20minutos.es