Falscher Brad Pitt: 14 Jahre Haft gefordert

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Falscher Brad Pitt: 14 Jahre Haft gefordert

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Abrechnung einer Betrogenen

Der Fall klang wie ein schlechter Film, war aber harte Realität: Eine Frau aus Granada verlor über 174.000 Euro an eine Bande, die sich als Hollywood-Star Brad Pitt ausgab. Nun will das Opfer die Rechnung präsentieren – und fordert für die mutmaßlichen Hintermänner eine drakonische Strafe. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, verlangt die Staatsanwaltschaft im Namen des Opfers fast 15 Jahre Haft für die drei mutmaßlichen Köpfe der Bande.

Die Masche war simpel, aber effektiv. Über eine Facebook-Fanseite des Schauspielers nahmen die Täter 2021 Kontakt zu der Frau auf. Was folgte, war ein perfides Psychospiel: Tägliche Nachrichten, Liebesschwüre, Heiratsversprechen – und irgendwann die ersten Geldgesuche. Mal für angebliche Filmprojekte, mal für ein angebliches Treffen in Granada. Die Frau zahlte, immer wieder. Insgesamt erbeutete die Bande bei dieser Masche bei zwei Frauen rund 314.000 Euro.

Ein System mit Hand und Fuß

Wer glaubt, hier hätten nur ein paar Trickbetrüger am Werk gewesen sein, unterschätzt die Dimension des Falles. Die Anklage richtet sich gegen insgesamt 15 Personen. Neben den drei mutmaßlichen nigerianischen Anführern stehen auch spanische Unternehmer vor Gericht, die als Geldwäscher fungiert haben sollen. Ihr Job: Das gestohlene Geld durch Scheingeschäfte mit Wein, Marmor und Öl nach Afrika zu verschieben. Eine perfide Konstruktion, die den Betrug zur gut geölten Firma macht.

Besonders brisant: Auch zwei Banken müssen sich als zivile Verantwortliche verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, bei ungewöhnlich hohen Überweisungen von Konten, die sonst kaum Bewegungen zeigten, nicht eingeschritten zu sein. Die Geldhäuser hätten die Warnsysteme gegen Geldwäsche aktivieren müssen, so die Anklage. Dass sie es nicht taten, ist ein Armutszeugnis für die Kontrollmechanismen des Finanzsystems – und ein zusätzlicher Schlag ins Gesicht für die Betrogene.

Die Rechnung für die Täter

Die Anklage liest sich wie ein Strafkatalog: 14,5 Jahre für die Anführer, zehn Jahre für den Mittelsmann, bis zu acht Jahre für weitere Beteiligte. Neben den Haftstrafen sollen die Haupttäter zudem über 500.000 Euro an Geldbußen zahlen. Die geschädigte Frau fordert eine Entschädigung von über 174.000 Euro – jene Summe, die sie an die Betrüger verlor.

Der Fall zeigt eines deutlich: Romance Scamming ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine ernste Straftat, die Menschen in den finanziellen Ruin treiben kann. Und: Sie ist oft besser organisiert als gedacht. Dass ausgerechnet deutsche und spanische Unternehmer bei der Geldwäsche halfen, zeigt, wie tief das Netzwerk reicht. Ein Urteil im Fall des „falschen Brad Pitt" wäre mehr als gerecht – es wäre ein Warnsignal an alle, die auf Kosten der Einsamkeit anderer Kasse machen wollen.


Quelle: europapress.es

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