Erdbeben in Granada: 52 Millionen ausgezahlt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Erdbeben in Granada: 52 Millionen ausgezahlt

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Zwei Monate nach der schweren Erdbebenserie in der Provinz Granada zieht der spanische Versicherungsverband Consorcio de Compensación de Seguros (CCS) eine erste Zwischenbilanz. Wie das staatliche Gremium mitteilte, sind bis zum 20. Oktober insgesamt 70.150 Anträge auf Entschädigung eingegangen. Davon wurden bereits 14.393 Fälle abgeschlossen und ausgezahlt – das entspricht 20,5 Prozent aller Meldungen. Insgesamt flossen damit rund 52 Millionen Euro an die Geschädigten.

Schäden in Milliardenhöhe

Die vorläufige Schadenssumme liegt inzwischen bei mehr als 209 Millionen Euro. Ein Großteil der Anträge betrifft Wohngebäude: Rund 65.500 Meldungen stammen von Eigentümern und Hausgemeinschaften, also etwa 93 Prozent aller Fälle. Hier wurden bislang knapp 13.600 Anträge mit insgesamt rund 49,3 Millionen Euro reguliert. Auch Unternehmen sind stark betroffen: Rund 3.400 Gewerbetreibende, Ladenbesitzer und Lagerbetreiber meldeten Schäden, von denen 615 bereits entschädigt wurden – mit einer Summe von gut zwei Millionen Euro.

Im Vergleich zur letzten Erhebung im September ist die Zahl der Anträge um mehr als 11 Prozent gestiegen. Kamen damals rund 63.000 Meldungen zusammen, sind es jetzt über 7.000 mehr. Auch die Auszahlungssumme hat sich vervierfacht: Lag sie im September noch bei 12,18 Millionen Euro, sind es nun 52,1 Millionen. Die Schätzung der Gesamtschäden stieg ebenfalls deutlich von 174 auf über 209 Millionen Euro. Rund 2.570 Anträge wurden bislang abgelehnt – etwa wegen Doppelmeldungen oder fehlender Versicherungsdeckung.

Viele Familien warten noch

Trotz der Fortschritte bleibt die Lage angespannt: Zahlreiche Familien können weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren, viele warten auf die Auszahlung, um Reparaturen zu starten. Besonders betroffen ist die Stadt Granada selbst: Hier gingen über 36.300 Anträge ein. In den Umlandgemeinden Armilla, Ogíjares, Churriana de la Vega und Las Gabias wurden jeweils mehrere Tausend Schäden gemeldet. Insgesamt verteilen sich die Anträge auf 134 Gemeinden in der Provinz Granada sowie auf weitere Orte in Jaén, Málaga, Almería und Melilla.

Der Versicherungsverband weist darauf hin, dass Erdbebenschäden über die sogenannte Policía de Riesgos Extraordinarios abgedeckt sind – sofern zum Zeitpunkt des Schadens eine gültige Versicherung bestand. Auch wer die Sieben-Tage-Frist zur Meldung überschritten hat, kann laut CCS noch Ansprüche geltend machen. Die Behörde nimmt weiterhin Anträge entgegen und arbeitet die Fälle nach und nach ab. Die örtliche Versicherungsvermittlerkammer warnt derweil, dass die Folgen über die reinen Reparaturschäden hinausgehen – etwa wenn Wohnraum unbewohnbar wird oder Geschäfte ihren Betrieb einstellen müssen.


Quelle: europapress.es

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