
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ein Pferdemarkt bewahrt traditionelle Landwirtschaft
Eine seltene Tradition feiert ihr 18. Jubiläum
Vom 19. bis 21. Juni findet im andalusischen Almáchar die 18. Auflage der Feria de Ganado, der traditionellen Viehveranstaltung, statt. Erwartet werden mehr als 200 Pferde und Maultiere aus der gesamten Region. Die Veranstaltung gilt als eine der ältesten in der Provinz Málaga und wird von der Vereinigung Amigos del Caballo de Almáchar organisiert, wie die Organisatoren mitteilten.
Mehr als nur ein Handelsplatz
Die Funktion des Marktes geht über den reinen Handel hinaus. "Sie dient dem Kontakt zwischen Besitzern und Verkäufern, würdigt die Arbeit dieser Tiere und trägt zur wirtschaftlichen Belebung der Gemeinde bei", erläuterte Mario Torres, Vizebürgermeister von Almáchar. Die teilnehmenden Züchter erhalten eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro pro angemeldetem Tier.
Historisch betrachtet markierten solche Viehmärkte den Auftakt zu den heutigen Volksfesten, wie Torres weiter ausführte. Die Programmplanung und der Aufbau von Festzelten orientierten sich ursprünglich an diesen Terminen. Heute steht neben der Erinnerung an diese Ursprünge die Wertschätzung für die Arbeitsleistung der Tiere im Mittelpunkt.
Kulturelles Erbe und wirtschaftliche Grundlage
Ein zentraler Aspekt der Veranstaltung ist die Anerkennung der Rolle von Pferden und Maultieren in der lokalen Landwirtschaft. Jorge Martín, Präsident des Gemeindeverbands Costa del Sol Axarquía, hob deren Bedeutung für die traditionelle Landwirtschaft hervor, insbesondere für den Anbau der Muskateller-Rosinen. "In der 'heroischen Weinlese' der Axarquía sind es die Maultiere, die die Kisten mit den Rosinen auf den steilen Hängen transportieren", so Martín gegenüber axarquiaplus.es.
Diese Arbeit ist eng mit dem "Sistema Importante del Patrimonio Agrícola Mundial" (SIPAM) für die Muskateller-Rosinen der Axarquía verbunden, ein von der FAO anerkanntes Weltagrarerbe. Die Tiere werden dabei als unverzichtbare Partner betrachtet. Torres betonte zudem den Seltenheitswert der Veranstaltung: Es handele sich um eine der letzten ihrer Art in ganz Andalusien, eine Tradition, die neben Almáchar nur noch in Vélez-Málaga aufrechterhalten werde.
Programm und lokales Engagement
Die Veranstaltung ist für Besitzer, Züchter und interessierte Besucher gleichermaßen konzipiert. Das Gelände am Wallfahrtsort (recinto de la romería) wird mit Schattenbereichen und einer Bar ausgestattet sein. Am Samstag ist die Feria von 8 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonntag bis zum Mittag. Für musikalische Unterhaltung mit Flamenco und Rumbas sorgt die Gruppe "Contramismo" in der örtlichen Wallfahrtskneipe.
Die Finanzierung der Aktivitäten übernimmt die Gemeinde Almáchar, unterstützt von der Regionalregierung von Andalusien und der Europäischen Union. Torres zeigte sich erfreut, dass Almáchar diese Tradition "aus eigener Kraft" und in enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Pferdefreunde-Vereinigung aufrechterhalten könne.
Quelle: axarquiaplus.es