
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Drogenclan „Los Gallos“ vor Gericht
Großverfahren gegen Familienclan
Am Donnerstag startet in Granada ein spektakulärer Strafprozess: 19 Angeklagte müssen sich vor der Provinz-Audienz verantworten, darunter die Mitglieder des bekannten Drogenclans „Los Gallos“. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schwerwiegende Vergehen vor, die von Drogenhandel über Geldwäsche bis hin zu Waffenbesitz reichen. Die geforderten Strafen sind beachtlich: Für die Hauptverdächtigen stehen bis zu 18 Jahre Haft im Raum.
Organisierte Strukturen
Laut der Anklageschrift, die Europa Press vorliegt, sollen sich sieben Angehörige des Clans zwischen August 2021 und Mai 2023 an einem gut organisierten Netzwerk beteiligt haben. Dieses war auf den Anbau, die Herstellung und den Vertrieb von Marihuana spezialisiert. Darüber hinaus soll die Gruppe auch mit Kokain gehandelt haben. Die Ermittler beschreiben eine ausgeklügelte Vorgehensweise: Die Verdächtigen nutzten verschiedene Fahrzeuge und hielten regen Kontakt untereinander, wobei sie auf verschlüsselte Kommunikation setzten.
Ihre Operationsbasis befand sich in mehreren Wohnhäusern im Valle del Zalabí sowie in Benalúa de Guadix und der Stadt Guadix. Besonders auffällig: Die Gruppe installierte offenbar eigene Überwachungsposten rund um die bekannten Drogenviertel, um sich vor Polizei und neugierigen Blicken zu schützen.
Technische Unterstützung
Für die Marihuana-Produktion mieteten die Verdächtigen nicht nur Wohnungen, sondern auch mehrere Lagerhallen und Garagen. Um die Plantagen mit Strom zu versorgen, nutzten sie illegale Stromanschlüsse – ein Umstand, der auch als „Strombetrug“ in der Anklage auftaucht. Hierfür hatten sie offenbar eigene Elektriker engagiert, die nun ebenfalls auf der Anklagebank sitzen.
Unterschiedliche Strafmaße
Die Staatsanwaltschaft hat für jeden Angeklagten individuelle Strafen beantragt, je nach Grad der Beteiligung. Die sieben mutmaßlichen Köpfe des Clans sollen 18 Jahre hinter Gitter. Weitere Angeklagte sehen Forderungen von 13,5 Jahren, 9,5 Jahren, fünf Jahren und viereinhalb Jahren entgegen. Zwei Beschuldigte kommen möglicherweise mit einer Geldstrafe von 4.320 Euro davon.
Auch die Geldstrafen variieren erheblich: Während die zuletzt Genannten nur einen Bruchteil zahlen müssten, drohen den Hauptbeschuldigten Strafen von bis zu 256.320 Euro. Der Prozess ist in der ersten Sektion der Audiencia von Granada für mehrere Verhandlungstage angesetzt. Nach mehreren Verschiebungen haben die Richter nun Termine vom 8. bis zum 16. Oktober festgelegt.
Quelle: europapress.es