Drogenbaron „El Pablo“ läuft frei herum

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Drogenbaron „El Pablo“ läuft frei herum

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Schlag ins Gesicht für alle, die an Rechtsstaatlichkeit glauben

Während die spanische Polizei noch die letzten Handschellen klicken lässt, sitzen die Drahtzieher schon wieder beim Kaffee in Palma. Der mutmaßliche Drogenboss Pablo Campos Maya, genannt „El Pablo“, und 20 seiner Clan-Mitglieder sind nach ihrer Festnahme am Freitag umgehend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Was klingt wie ein schlechter Witz, ist traurige Realität: Die Justiz verweigert die Untersuchungshaft und schickt die Beschuldigten mit ein paar Auflagen nach Hause.

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Die bilanz der Ermittler spricht eine andere Sprache

Man stelle sich das einmal vor: 21 Festnahmen, 48 beschlagnahmte Immobilien, Waffen, Schmuck, Drogen – und das alles für nichts? Die Polizei hatte das Clan-Netzwerk zerschlagen, das nach Erkenntnissen der Ermittler rund 20 Millionen Euro aus dem Drogenhandel gewaschen haben soll. Das Geld floss in Dutzende Häuser im Stadtteil La Soledat, wo „El Pablo“ über Jahre hinweg ein regelrechtes Bollwerk errichtet hatte. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtet, kaufte der Clan systematisch alle Anwesen in der Nachbarschaft des Bosses auf, um sie illegal zusammenzulegen. Das Resultat: Luxusdomizile mit 1.400 Quadratmetern Wohnfläche, Swimmingpool, Tiefgarage–und einem Fluchttunnel für den Notfall. Im Katasteramt tauchten diese Gebäude übrigens nie auf. Stattdessen standen dortneun kleine Häuser, registriert auf Namen von Familienmitgliedern. Eine perfide Masche, die Behörden jahrelang narrte.

Sicherheitsbehörden enttäuscht–Rechtsstaat machtlos?

Doch statt die Drahtzieher hinter Gitter zu bringen, begnügte sich der zuständige Richter mit Auflagen. Die Begründung: keine Fluchtgefahr, keine Verdunkelungsgefahr. Angesichts eines Mannes, der nachweislich einen unterirdischen Fluchtweg bauen ließ, wirkt diese Argumentation geradezu absurd. Hinzu kommt: Neun der Festgenommenen wurden schon auf der Polizeiwache freigelassen, ohne dass überhaupt ein Haftrichter involviert war. Formal bleiben sie zwar Beschuldigte in einem Verfahren wegen Geldwäsche und krimineller Vereinigung–aber faktisch können sie ihre kriminellen Geschäfte nahtlos fortsetzen.

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Ein fatales Signal an die organisierte Kriminalität

Die Botschaft, die von Palma ausgeht, ist verheerend: Selbst wenn die Polizei ganze Organisationen hochnimmt und Millionenbeträge sicherstellt–die Justiz lässt die Bosse laufen. „El Pablo“ kann sich wieder in seiner Luxusvilla sonnen, während die Ermittler die Akten ordnen. Die Bevölkerung in La Soledat, jahrelang den Drogen-Stützpunkten des Clans ausgesetzt, darf weiterhin mit den Folgen dieser laxe Justizpolitik leben. Wenn selbst solche Schwerverbrechen mit einem Schulterzucken quittiert werden, fragt man sich zurecht: Was muss eigentlich noch passieren, damit in Spanien Untersuchungshaft verhängt wird? Die Ermittlungsbehörden haben ihre Hausaufgaben gemacht–jetzt wäre die Justiz am Zug. Doch sie hat kläglich versagt.


Quelle: europapress.es

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