Dritter Migrant auf El Hierro gestorben

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Kanarische Inseln

Dritter Migrant auf El Hierro gestorben

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Todesfall nach Krankenhausbehandlung

Die Behörden der Kanarischen Inseln haben den Tod eines dritten Migranten bestätigt, der am vergangenen Sonntag mit einem hoffnungslos überladenen Holzboot auf der Insel El Hierro angekommen war. Wie die Gesundheitsbehörde der Regionalregierung auf Anfrage mitteilte, erlag der Mann seinen Strapazen im Krankenhaus von El Hierro. Er war einer von etwa 100 Insassen gewesen, die das Boot von der westafrikanischen Küste aus in See gestochen hatten.

Chronologie der Tragödie

Die Überfahrt hatte nach Angaben der Überlebenden vor rund einer Woche in Gambia begonnen. Für viele der Passagiere wurde die Route über den Atlantik zur tödlichen Falle. Bereits unmittelbar nach der Ankunft im Hafen von La Restinga waren zwei weitere Personen ihren Verletzungen oder den Folgen der extremen Dehydrierung erlegen. Mit dem nun bestätigten dritten Todesfall erhöht sich die Opferzahl dieses einzelnen Anlegemanövers.

Kritik an mangelnder Aufmerksamkeit

Der Präsident der Inselverwaltung von El Hierro, Alpidio Armas, zeigte sich tief betroffen von den Vorfällen. Er nannte es „bedauerlich“, dass Menschen auf der Flucht vor aussichtslosen Lebensumständen weiterhin ihr Leben riskierten und oftmals stürben. Gleichzeitig wies er auf die hohe Dunkelziffer hin: „Es gibt viele weitere Tote, von denen wir nie erfahren“, so Armas mit Blick auf die unzähligen Schiffe, die auf hoher See verschollen bleiben oder bereits vor dem Erreichen der Küste kentern.

Anspruch auf humane Hilfe

Trotz der angespannten Lage betonte der Kommunalpolitiker, dass die Rettungskräfte und medizinischen Einrichtungen alles daransetzten, den Ankommenden die bestmögliche Versorgung zuteilwerden zu lassen. Man wolle dazu beitragen, dass der Traum von einem besseren Leben, den viele der Flüchtenden mit ihrer gefährlichen Reise verfolgten, nicht schon an den Außengrenzen Europas ende. Die erneuten Todesfälle machen jedoch deutlich, wie verwundbar diese Hoffnung angesichts der lebensgefährlichen Bedingungen auf der Atlantikroute bleibt.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, stehen die sterblichen Überreste des dritten Opfers derzeit im Mittelpunkt der behördlichen Ermittlungen zur Klärung der Identitäts- und Todesumstände.


Quelle: europapress.es

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