
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Die schmutzige Wahrheit über Zapatero
Ein Geständnis mit Hintertür
Es ist der Gipfel der Dreistigkeit: Ein Ex-Regierungschef eines EU-Landes lässt sich von einem peruanischen Mischkonzern für angebliche Vermittlungsdienste in Bolivien bezahlen – und alle Beteiligten tun so, als sei das völlig normal. Der Gloria-Konzern hat offiziell eingeräumt, 200.000 Euro an José Luis Rodríguez Zapatero überwiesen zu haben. Die Summe, so die offizielle Lesart, sei für die Intermediation bei einer seit 16 Jahren schwelenden Entschädigungsforderung in Bolivien geflossen. Doch die Begründung ist hanebüchen.
Zapatero, einst sozialistischer Ministerpräsident Spaniens, soll lediglich „ein vernünftiges Abkommen“ zwischen Gloria und dem bolivianischen Staat befördert haben. Das schreibt der Konzern in einer Mitteilung an die peruanische Börsenaufsicht SMV, die nun öffentlich wurde. Dass dieses Abkommen nie zustande kam, ist kein Zufall – sondern Teil einer systematischen Vertuschungsstrategie.
Die fadenscheinige Rechtfertigung
Gloria beteuert, Zapateros Einsatz habe sich „in keinem Fall“ auf laufende Gerichtsverfahren in Bolivien bezogen. Das ist eine bewusst irreführende Formulierung. Denn parallel zu den Entschädigungsverhandlungen wurde eine Gloria-Tochter in Bolivien wegen unlauteren Wettbewerbs zu 94 Millionen Euro Strafe verurteilt. Der Konzern behauptet, diese Klage sei instrumentalisiert worden, um die Zahlung der Entschädigung zu verhindern. Und ausgerechnet in diesem Konflikt soll Zapatero als neutraler Vermittler aufgetreten sein?
Die spanische Polizei sieht das anders. In ihren Ermittlungen, die im Rahmen des „Plus-Ultra“-Komplexes geführt werden, stießen die Beamten auf Indizien, wonach die 200.000 Euro als „nicht erbrachte Beratungsleistungen“ deklariert wurden. Die Ermittler sprechen von ad hoc erstellten Verträgen, die die Zahlungen rechtfertigen sollten. Mit anderen Worten: Der Verdacht der Korruption und der Urkundenfälschung liegt auf der Hand.
Wo bleibt die Aufklärung?
Die Rechtfertigung des Gloria-Konzerns klingt wie aus dem Lehrbuch für dreiste Lobbyarbeit: Man habe lediglich „guten Glaubens“ einen außergerichtlichen Vergleich gesucht. Doch wenn ein Ex-Präsident für 200.000 Euro zwischen einem peruanischen Konzern und einem bolivianischen Ministerium vermittelt, dann ist die Grenze zur Einflussnahme längst überschritten. Und wenn die Polizei zudem feststellt, dass die angeblichen Beratungsverträge simuliert wirken, dann ist das kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.
Zapatero selbst schweigt bislang. Das ist bezeichnend. Ein Mann, der jahrelang die moralische Überlegenheit der spanischen Sozialdemokratie predigte, soll jetzt für ein paar lumpige 200.000 Euro seine Reputation verspielt haben? Oder geht es um weit mehr – etwa um die Frage, ob europäische Ex-Politiker als käufliche Lobbyisten für südamerikanische Kapitalinteressen agieren?
Die Antwort darauf darf nicht im Dunkeln bleiben. Die spanische Justiz muss endlich Klarheit schaffen, ob es sich bei dieser Zahlung um legalen Beraterlohn oder um verdeckte Schmiergeldzahlungen handelt. Bislang deutet alles auf Letzteres hin. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ihr ehemaliger Regierungschef seine Verbindungen für Geld verschachert hat.
Quellen: Mitteilung des Gloria-Konzerns an die Superintendencia del Mercado de Valores (SMV) vom 1. Juli 2025; Ermittlungsakten der spanischen Nationalpolizei im Fall Plus Ultra; Berichterstattung von 20 Minutos (Originalartikel).
Quelle: 20minutos.es