Die Häuser des 'El Pablo': Wie Drogengeld ein Viertel kaufte

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Die Häuser des 'El Pablo': Wie Drogengeld ein Viertel kaufte

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Viertel in der Hand eines Clans

Die Polizei hat einen Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität auf den Balearen geführt. Im Zentrum der Operation: ein Clan, der über Jahre hinweg systematisch Immobilien in einem Stadtteil von Palma aufkaufte – finanziert durch den Handel mit Drogen. Die Ermittler sprechen von einer Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro.

Vom Drogenpunkt zum Häuserblock

Über ein Jahr lang observierten Beamte der Nationalpolizei und der Zollfahndung die Strukturen rund um Pablo Campos Maya, bekannt unter dem Spitznamen 'El Pablo'. Der Clan hatte sich im Viertel La Soledat festgesetzt, wo er nicht nur Drogen verkaufte, sondern offenbar auch ein beachtliches Immobilienportfolio aufbaute. Die Strategie: Haus für Haus wurde aufgekauft, um die Wohnfläche zu vergrößern und illegale Umbauten durchzuziehen.

Die Fassaden blieben oft unverändert stehen, während dahinter mehrere Gebäude zu einem großen Anwesen zusammengelegt wurden.

So entstand auch das Anwesen von 'El Pablo' selbst: offiziell handelte es sich um neun separate Häuser, real um eine Wohnfläche von 1.400 Quadratmetern mit Pool und möglichem Fluchttunnel.

Einschüchterung als Methode

Die Ermittler rekonstruierten, wie der Clan die Preise im Viertel drückte. Anwohner, die verkaufen wollten, fanden kaum andere Käufer – und sahen sich so gezwungen, ihre Grundstücke weit unter Wert abzugeben. Laut den Behörden trugen die Clan-Mitglieder aktiv zur Verödung des Viertels bei, um die Immobilienpreise tief zu halten.

Verschleierung durch Strohmänner

Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, griff der Clan auf verschiedene Methoden zurück: Strohmänner, private Kaufverträge, die nie offiziell registriert wurden, sowie Schein-Schenkungen innerhalb der Familie. Die Ermittler werteten dafür Kontodaten, Notariatsprotokolle und Steuererklärungen aus, bis genug Belastungsmaterial vorlag.

Zugriff bei Tagesanbruch

Am Dienstagmorgen schließlich schlugen die Einsatzkräfte zu: Bei 14 Durchsuchungen in Palma und Marratxí wurden 21 Personen festgenommen. Zwei Hundert Beamte waren im Einsatz, unterstützt von Hubschraubern und Spezialeinheiten. Sichergestellt wurden unter anderem Fahrzeuge, Schmuck, Schusswaffen, Drogenpakete–sowie 48 Immobilien, die nun beschlagnahmt sind.

Alte Bekannte

Der Clan ist den Behörden kein Neuling. Bereits vor etwa zehn Jahren waren bei der Operation 'Nerón' mehrere Mitglieder wegen Geldwäsche verurteilt worden. Danach zogen sich die Spitzenfiguren weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurück, während die Organisation weiterlief. Die älteren Mitglieder und ihre Familien lebten derweil auf großem Fuß: Reisen nach Paris oder mehrtägige Hochzeitsfeiern mit Luxusausstattung sollen zur Tagesordnung gehört haben.

Wie die Ermittlungsbehörden mitteilten, diente der aufwendige Lebensstil auch als Indiz für die fortgesetzten Einnahmen aus dem Drogenhandel. Die Operation 'Tsunami' und 'Galba' hatten zum Ziel, die Geldflüsse des Clans offenzulegen–und damit die wirtschaftliche Basis der Organisation zu zerschlagen. Ob dies gelungen ist, wird sich zeigen: Die Ermittlungen laufen weiter, weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen. Wie die Polizei gegenüber europapress erklärte, handelt es sich um eine der größten Immobilienbeschlagnahmungen dieser Art auf den Balearen.


Quelle: europapress.es

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