Desahucio-Aufschub: Sareb verhandelt mit Betroffenen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Las Palmas de Gran Canaria

Desahucio-Aufschub: Sareb verhandelt mit Betroffenen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Räumung in letzter Minute ausgesetzt

Die für Mittwochmorgen geplante Zwangsräumung von acht Familien in Las Palmas de Gran Canaria ist abgewendet worden. Die staatlich kontrollierte Bad Bank Sareb hat beim zuständigen Gericht die Aussetzung der Zwangsvollstreckung beantragt und signalisiert Gesprächsbereitschaft. Wie die Plattform Derecho al Techo mitteilt, will das Unternehmen nun die Lage jeder einzelnen Familie prüfen und nach Lösungen suchen – ein Sozialmietvertrag sei dabei explizit nicht ausgeschlossen.

Druck auf der Straße, Bewegung beim Eigentümer

Bereits ab 8 Uhr versammelten sich rund 100 Menschen vor dem Wohngebäude in der Calle Nicolás Estévanez, um die Bewohner zu unterstützen. Die Lage war angespannt, da der schriftliche Antrag der Sareb am frühen Morgen noch nicht im Gericht eingegangen war. Die Demonstranten entschieden sich daher, vor Ort auszuharren, bis die Gerichtskommission eintraf, um auf den schwebenden Antrag und die prekäre Lage der Bewohner hinzuweisen.

Isabel Saavedra, Anwältin von Derecho al Techo, erklärte, die Sareb habe am Dienstagnachmittag einen entsprechenden Schriftsatz eingereicht. Man habe aber befürchtet, dass die Bearbeitung über Nacht nicht mehr möglich sei. „Wir bleiben hier, bis eine Entscheidung gefallen ist“, so Saavedra vor Ort.

Zäher Kampf um bezahlbaren Wohnraum

Die Plattform begrüßt die neue Entwicklung, zeigt sich aber auch vorsichtig. Bereits vor rund einem Jahr habe man der Sareb Unterlagen über die besondere Vulnerabilität der Familien übermittelt, die vom Rathaus der Stadt erstellt worden waren. Eine Antwort darauf sei ausgeblieben, eine Einigung über Mietverträge habe man damals nicht erzielen können.

Nun zeigt sich die Sareb gesprächsbereit. Man sei bereit, an einer Mediation mit Derecho al Techo teilzunehmen, um für die betroffenen Familien dauerhafte und faire Mietmodelle zu finden. Ein erstes Signal war bereits früher gesetzt worden: Schon einmal konnte eine Räumung dieser Familien gestoppt werden, nachdem die Sareb Bereitschaft zur Prüfung sozialer Lösungen signalisiert hatte.

Für die Aktivisten ist der jetzige Stopp ein Beleg dafür, dass Protest und Organisation Wirkung zeigen. „Diese erneute Aussetzung beweist: Sozialer Zusammenhalt und Begleitung sind starke Werkzeuge im Kampf um das Recht auf Wohnen“, so die Plattform. Man werde verhindern, dass Familien ohne Alternative auf der Straße landen und den Dialog nun konstruktiv begleiten.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Kanarische Inseln & Spanien