
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Der mutmaßliche Schlagen-Mord an der Schwiegermutter
Schwurgericht hört Zeugen in Mordprozess
Der Prozess gegen einen Mann, der beschuldigt wird, im September 2024 seine Schwiegermutter in der Colònia de Sant Jordi auf Mallorca zu Tode geprügelt zu haben, geht diese Woche in die nächste Phase. Nach der Bildung des Schwurgerichts am vergangenen Freitag stehen für diesen Montag die ersten Zeugenaussagen an. Der Angeklagte wird voraussichtlich erst am Mittwoch selbst zur Tat Stellung nehmen.
Staatsanwaltschaft sieht "verkörperte Bosheit"
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord mit den erschwerenden Umständen von Heimtücke und Grausamkeit vor und fordert 20 Jahre Haft. Laut Anklageschrift, die am Freitag verlesen wurde, habe der Beschuldigte die 74-jährige, gesundheitlich angeschlagene Frau in ihrem gemeinsamen Haus abgepasst, zu Boden gestoßen und ihr dann mit den Fersen so lange auf den Kopf getreten, bis der Schädel brach. Die Staatsanwältin bezeichnete ihn dabei mehrfach als "die verkörperte Bosheit".
Private Nebenklage fordert lebenslange Haft
Die Nebenklage, die die Tochter des Opfers vertritt, geht noch weiter und beantragt eine revisable lebenslange Freiheitsstrafe. Ihre Anwältin schilderte ein jahrelanges Abhängigkeitsverhältnis: Der Mann habe auf Kosten seiner Schwiegermutter "wie ein König" gelebt. Als seine Partnerin, die Tochter der Getöteten, nach einer 20-jährigen Beziehung die Trennung wollte und ihn aufforderte, auszuziehen, habe er sich aus Rache an der schwächsten der beiden Frauen gerichtet. "Die Schreie waren herzzerreißend", so die Anwältin gegenüber dem Gericht. Sie sieht in der Tat auch ein geschlechtsspezifisches Motiv: "Er tötete eine Frau, die ihm Grenzen setzte und es leid war, beherrscht zu werden."
Die Verteidigung des Mannes, ein Pflichtverteidiger, plädiert auf Freispruch. Er folge damit den Anweisungen seines Mandanten, der seine Argumente in seiner eigenen Aussage darlegen werde.
Gewalttat nach geplantem Aufbruch
Den Ermittlungen zufolge geschah die tödliche Attacke am 25. September 2024. Der Angeklagte soll seine ehemalige Schwiegermutter auf der Veranda ihres Hauses überfallen, zu Boden gestoßen und ihr mindestens 15 Minuten lang mit voller Wucht in den Kopf getreten haben. Die dabei erlittenen Verletzungen seien mit dem Leben nicht vereinbar gewesen, heißt es in den Unterlagen der Staatsanwaltschaft. Ein Nachbar soll durch die Schreie alarmiert worden sein.