
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Der Kampf um das Tajo-Segura-Transferprojekt
Eine gemeinsame Front für das Wasser
In Pilar de la Horadada in der Provinz Alicante formierten die Regionalpräsidenten der Comunidad Valenciana und der Region Murcia, Juanfran Pérez Llorca und Fernando López Miras (beide PP), am Montag eine gemeinsame Front. Anlass war eine von den Bewässerungsverbänden organisierte Kundgebung unter dem Motto "Aktion zur Verteidigung des Tajo-Segura-Transfers: Für Gegenwart und Zukunft unseres Landes". Ihr zentrales Anliegen: der Widerstand gegen die von der spanischen Zentralregierung geplanten neuen Betriebsregeln für die Wasserumleitung, die aus ihrer Sicht einer Kürzung gleichkommen.
Kernvorwürfe: Politische Motive und mangelnder Schutz
Die Kritik der Regionalpolitiker richtet sich scharf gegen Madrid. Pérez Llorca warf der Regierung vor, ihre Bürger in einer existenziellen Frage nicht zu schützen. "Wir erleben, wie in einer so heiklen und lebenswichtigen Angelegenheit für die Comunidad Valenciana, die Region Murcia und Andalusien die spanische Regierung uns nicht schützt", so der valencianische Präsident laut einer Mitteilung seiner Regionalregierung. Er sieht die Ursache nicht in ideologischen, sondern in politischen Gründen. López Miras unterstützte diese Einschätzung und bezeichnete die Entscheidung für die Kürzung als "sektiererisch" und "ohne Beachtung technischer Kriterien", was ein politisches und soziales Problem geschaffen habe.
Die geforderte Alternative: Ein nationaler Wasserkonsens
Als Lösung schlug Pérez Llorca einen nationalen Wasserpakt vor. In diesem müsse die Position aller autonomen Gemeinschaften verstanden werden, da es in Spanien ausreichend Wasserressourcen für alle gebe. Ein Abkommen solle anderen Regionen Investitionen in Modernisierung garantieren, während Valencianer, Murcianer und Andalusier ihre Wasserversorgung gesichert sähen. Pérez Llorca verwies auf die eigene Vorreiterrolle seiner Region: Über 74 Prozent der Bewässerungsflächen seien modernisiert, und durch ein neues Abwasserreinigungsprogramm bleibe man Spaniens Spitzenreiter in der Wiederverwendung von Wasser.
Warnung vor sozialen und wirtschaftlichen Folgen
Beide Präsidenten hoben die Tragweite der Entscheidung über den Transfer hervor. Es gehe nicht nur um Landwirte, sondern um die gesamte Gesellschaft. "Wir setzen unsere Art zu sein und unsere Zukunft aufs Spiel", betonte López Miras. Er rief zu einem "sozialen Aufschrei" auf, um den Fortbestand der Wasserleitung zu sichern. Die Entsalzungsanlage in Torrevieja, oft als Alternative genannt, sei keine kurzfristige Lösung – zwischen Versprechen und erster Wasserlieferung an Bauern seien dreizehn Jahre vergangen. Das Problem betreffe über sieben Millionen Spanier.
Appell an Einheit und Gerechtigkeit
Der Tenor der Reden war ein Appell an Geschlossenheit. López Miras bezeichnete Pérez Llorca als "Verbündeten" und "guten Gefährten im Kampf". Die Verteidigung des Transfers sei keine Frage der Solidarität, sondern der Gerechtigkeit und der Einhaltung der Verfassung, da die natürlichen Ressourcen Spaniens allen Spaniern gehörten. Die Regionalführer kündigten an, den Druck auf die Zentralregierung mittels institutioneller Einheit und breiten gesellschaftlichen Bündnissen zu erhöhen, um eine sofortige Aussetzung der neuen Regelungen zu erreichen.
Quelle: Mitteilungen der Regionalregierungen der Comunidad Valenciana und Murcia, wie über die Veranstaltung berichtet wurde.