Dana Adam verwüstet 8.000 Hektar Anbaufläche

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Dana Adam verwüstet 8.000 Hektar Anbaufläche

von Redaktion4 Min. Lesezeit

Erste Schadensbilanz der Landwirtschaft

Die Folgen der Unwetterfront Dana Adam zeichnen sich im valencianischen Agrarsektor immer deutlicher ab. Nach einer ersten Notfallschätzung des Verbands Valencianischer Landwirte (AVA-Asaja) könnten die extremen Niederschläge, die stellenweise mehr als 600 Liter pro Quadratmeter erreichten, eine Fläche von ungefähr 8.000 Hektar Kulturland und landwirtschaftlicher Infrastruktur beschädigt haben. Besonders stark betroffen sind die Komarken Safor und Marina.

Viele Landwirte konnten ihre Felder bislang nicht erreichen, da die Gemeinden isoliert und die Zufahrtswege blockiert sind. Einige sind zudem damit beschäftigt, ihre eigenen Wohnhäuser auszupumpen. AVA-Asaja kündigte an, die wirtschaftlichen Verluste zu präzisieren, sobald die Landwirte die Schäden vor Ort begutachten können.

Überschwemmungen und ihre Folgen für die Kulturen

Die über die Ufer getretenen Flüsse und Sturzbäche haben entwurzelte Bäume, abgetragene Erde und beschädigte Infrastruktur hinterlassen. Tausende Parzellen wurden überflutet, teilweise mit einem Wasserstand von über einem Meter. Dies birgt die Gefahr von Pilzbefall an den Früchten, wie beispielsweise dem sogenannten „Aiguat“, sowie Wurzelasphyxie, die durch den Schaderreger Phytophthora ausgelöst werden kann. Das Ausmaß der Schäden hängt maßgeblich von der weiteren Wetterentwicklung und der Dauer der Überflutung ab.

Am stärksten betroffen sind Zitrusfrüchte, insbesondere die Navelina-Orange, mit deren Ernte gerade begonnen wurde. Auch frühe Mandarinen, die in diesen Gebieten jedoch eine geringere Rolle spielen, sind betroffen. In der Komarka Ribera könnten auch Kakifrüchte Schaden nehmen. Der übermäßige Bodenfeuchte kommt für die Kaki-Ernte zu einem kritischen Zeitpunkt. Weitere Kulturen wie Avocados und Gemüse könnten punktuelle Schäden erleiden.

Forderungen nach staatlicher Unterstützung

AVA-Asaja fordert von den Behörden Unterstützung für die Durchführung von Fungizidbehandlungen, um Pilzbefall vorzubeugen. Zudem werden direkte Hilfen und steuerliche Maßnahmen für die betroffenen Landwirte verlangt. Dies geschieht fast zwei Jahre nach der verheerenden Katastrophe vom 29. Oktober 2024.

In den übrigen Komarken, in denen die Regenfälle weniger intensiv ausfielen, bewertet der Verband die Auswirkungen auf die Landwirtschaft durchaus positiv. Das Wasser hilft dort, Grundwasserspeicher und Stauseen aufzufüllen, Weideland zu regenerieren und die Wasserversorgung der Kulturen für die kommende Saison zu verbessern. An der Küste spart es Bewässerung, reinigt die Bäume, beugt Schädlingen vor und verbessert den Fruchtkaliber.

Produktionsverluste und Qualitätsprobleme

Auch der Verband La Unió Llauradora prognostiziert Schäden durch die Dana Adam. Erwartet werden agronomische Einbußen, Produktionsverluste und Probleme bei der Vermarktungsqualität, vor allem in der Safor und der Marina Alta, in geringerem Maße auch in der Ribera Alta und Baixa. Der Umfang der Schäden hänge von der Wassermenge, der Entwässerung, dem Entwicklungsstadium der Pflanzen und den nachfolgenden Temperaturen ab.

Laut La Unió sind Zitrusfrüchte besonders anfällig für langanhaltende Staunässe, insbesondere auf tonigen, flachen Böden mit schlechter Drainage. Dort drohen Wurzelasphyxie, Fruchtfall und Aufplatzen der Früchte. Zudem können Qualitätsmängel wie Fäulnis, Flecken und eine Beeinträchtigung der Früchte auftreten. Die Regenfälle verzögern zudem die Ernte, da die Felder für Maschinen und Arbeiter unzugänglich sind.

Die Avocado-Kultur reagiert laut dem Verband äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel im Boden. Die feinen Saugwurzeln können bei übermäßiger Feuchtigkeit, wenn das Wasser nicht schnell abfließt, besonders leicht geschädigt werden. Es drohen Wurzelfäule und Asphyxie.

Bei Gemüse können die Schäden unmittelbar durch Überschwemmungen entstehen oder sich Tage später durch Krankheiten und Wurzelfäule manifestieren. Möglich sind der Verlust von Pflanzen, Fäulnis, Pilzerkrankungen sowie Schäden an Blättern und Früchten, die zu Qualitätsverlusten und Verzögerungen bei Pflanzung und Ernte führen.

Hinzu kommen Schäden an der landwirtschaftlichen Infrastruktur wie Feldwegen, Bewässerungskanälen, Grundstücksgrenzen und Tropfbewässerungsanlagen sowie der Abtrag von Erde und Bäumen durch die Wassermassen.

Verband fordert Hilfspaket und Versicherungserleichterungen

Trotz der Schäden betont La Unió, dass das Regenereignis für das valencianische Agrargebiet insgesamt „recht positiv“ sei, da es die Wasservorräte im Boden auffülle und den Bewässerungsbedarf senke. Zudem werden Grundwasserleiter gespeist, Bäume von Krankheiten gereinigt und Weiden regeneriert, was zu einer Verbesserung des Fruchtkalibers, etwa bei Zitrusfrüchten, führen kann.

Für die betroffenen Gebiete fordert der Verband die kostenlose und sofortige Verteilung von Fungiziden und Wundverschlussmitteln, um Pilzbefall zu verhindern. Da die Unwetter von den Agrarschutzversicherungen abgedeckt seien, wird Agroseguro aufgefordert, die Schadensbegutachtung zu beschleunigen. Zudem sollen Beihilfen für Land- und Viehwirte beantragt werden, deren Produktionsverluste über 30 Prozent liegen und die eine gültige Police besitzen. Dem Landwirtschaftsministerium wird vorgeschlagen, bei außergewöhnlichen Schäden durch Unwetter auf die Anwendung von Selbstbehalten zu verzichten.

Gegenüber der Regionalregierung fordert La Unió die sofortige Verabschiedung von Regelungen für direkte Hilfen an die Betroffenen. Darüber hinaus werden der Erlass der Grundsteuer IBI für bebaute Parzellen, eine Ermäßigung von 50 Prozent auf die Sozialversicherungsbeiträge und die Stundung der restlichen 50 Prozent über zwölf Monate für betroffene landwirtschaftliche Selbstständige gefordert. Zudem soll der Nettorendite-Index in der Einkommensteuer für die besonders geschädigten Betriebe gesenkt werden. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, sind die ersten Einschätzungen der Verbände eine Momentaufnahme, die genauen wirtschaftlichen Folgen werden sich erst in den kommenden Tagen zeigen.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Safor & Marina & Valencia