
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Chronische Leiden nehmen in Spanien drastisch zu
Die Gesundheit der spanischen Bevölkerung verschlechtert sich in einem besorgniserregenden Tempo. Wie die am Dienstag veröffentlichte Gesundheitsumfrage des Nationalen Statistikinstituts (INE) zeigt, ist der Anteil der Menschen mit chronischen Erkrankungen innerhalb von nur zwei Jahren um mehr als acht Prozentpunkte gestiegen. Lebte 2023 noch etwas mehr als die Hälfte der über 15-Jährigen mit einer langwierigen Krankheit, sind es heute bereits zwei Drittel – ein Anstieg von 57,7 auf 66,2 Prozent.
Besonders stark betroffen sind Frauen. Mit 70,8 Prozent erreicht ihre Quote einen historischen Höchststand, während bei den Männern 61,3 Prozent betroffen sind. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, wobei ein deutlicher Sprung ab dem 45. Lebensjahr zu verzeichnen ist. Die häufigsten Beschwerden sind mit 20,6 Prozent ein erhöhter Cholesterinspiegel, gefolgt von Bluthochdruck (20 Prozent), chronischen Allergien (15,2 Prozent), Rückenschmerzen (13,5 Prozent) und Arthrose (10 Prozent). Den stärksten Zuwachs innerhalb von zwei Jahren verzeichneten Allergien mit einem Plus von 5,3 Punkten, dicht gefolgt von hohen Cholesterinwerten.
Deutlicher Rückgang beim subjektiven Wohlbefinden
Parallel dazu meldet das INE eine Verschlechterung des subjektiven Gesundheitsempfindens. Nur noch 68,3 Prozent der Befragten bewerten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut – der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1987. Auch die psychische Verfassung gibt Anlass zur Sorge: Mehr als ein Drittel der Bevölkerung (35,6 Prozent) zeigt Symptome einer depressiven Verstimmung, ein Anstieg um 5,8 Punkte gegenüber 2023. Frauen sind mit 42,2 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer (28,8 Prozent).
Die Umfrage offenbart zudem eine wachsende Abhängigkeit im Alltag: 17 Prozent der über 55-Jährigen haben Schwierigkeiten bei grundlegenden Tätigkeiten wie Aufstehen, Anziehen oder der Körperpflege. Fast die Hälfte dieser Gruppe gibt an, mehr Unterstützung zu benötigen, als sie tatsächlich erhält.
Tabakkonsum sinkt, Alkohol wird häufiger getrunken
Inmitten dieser negativen Trends gibt es eine positive Entwicklung: Der tägliche Tabakkonsum ist auf ein Rekordtief von 15,4 Prozent gefallen – vor 15 Jahren war er doppelt so hoch. Der Rückgang ist vor allem bei Männern und jungen Menschen spürbar, obwohl mit 18,4 Prozent weiterhin mehr Männer als Frauen (12,6 Prozent) täglich zur Zigarette greifen. Auffällig sind die sozialen Unterschiede: Während in der wohlhabendsten Schicht nur 8,8 Prozent der Männer rauchen, sind es in der ärmsten Bevölkerungsgruppe 26,6 Prozent.
Beim Alkohol zeigt sich ein anderes Bild: Die Zahl der Konsumenten bleibt mit 66 Prozent zwar stabil, doch die Trinkfrequenz nimmt zu. Der Anteil derjenigen, die wöchentlich oder häufiger Alkohol trinken, stieg von 31,1 auf 35,1 Prozent, der tägliche Konsum von 7,7 auf 8,9 Prozent. Besonders markant ist der Anstieg bei den 65- bis 74-Jährigen mit fast acht Prozentpunkten mehr gegenüber 2023. Rauschtrinken mit fünf bis sechs Getränken in kurzer Zeit ist vor allem bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren verbreitet: 28,7 Prozent der Männer und 22,2 Prozent der Frauen geben dieses Muster mindestens einmal im Monat an.
Die Daten basieren auf der Encuesta de Salud de España 2025, die das INE am Dienstag veröffentlicht hat. Die Erhebung wurde an über 15-Jährigen durchgeführt und zeigt neben den genannten Punkten auch einen deutlichen Anstieg der Medikamenteneinnahme: Fast 60 Prozent haben in den zwei Wochen vor der Befragung verschreibungspflichtige Arzneimittel eingenommen.
Quelle: 20minutos.es