
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Catalá soll Feijóos Trumpf werden
Doppelrolle mit Ansage
María José Catalá will beides: die valencianische Metropole regieren und in Madrid Politik machen. Die Bürgermeisterin und Landeschefin der Volkspartei (PP) hat offiziell bestätigt, dass sie am 29. November als Spitzenkandidatin für den Wahlkreis Valencia ins Rennen um den Congreso de los Diputados geht. „Valencia sagt Ja. Ja zu Spanien“, verkündete sie in einem auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichten Video. Ein Satz, der wie eine Kampfansage klingt – und gleichzeitig wie ein Versprechen an die eigene Basis.
Ihre Botschaft ist klar kalkuliert: Sie werde weiterhin Bürgermeisterin bleiben und auch bei den Kommunalwahlen 2027 erneut antreten. „Was wir im Juni 2023 begonnen haben, werde ich mit euch allen weiter aufbauen“, so Catalá. Die Doppelrolle ist damit keine Übergangslösung, sondern Programm. Kritiker mögen einwenden, dass man nicht gleichzeitig eine Großstadt managen und im Parlament glänzen kann – doch genau diese Hybris scheint Teil der Strategie zu sein.
Feijóos Schachzug
Dass Alberto Núñez Feijóo ausgerechnet eine Kommunalpolitikerin an die Spitze der Liste hievt, ist kein Zufall. Der PP-Bundeschef braucht starke Gesichter, um gegen die landesweite Monotonie der Sozialisten und die Zersplitterung der Rechten anzukommen. Catalá gilt als pragmatisch, durchsetzungsstark und medial gewandt – Eigenschaften, die in Madrid rar sind.
Die konservative Regierung der Region Valencia jubelt jedenfalls schon jetzt. Regierungssprecher Miguel Barrachina nannte Catalá „formidable“ – als Bürgermeisterin wie als Kandidatin. Er erinnerte an ihre frühere Arbeit im Abgeordnetenhaus und zeigte sich überzeugt, dass sie eine „außergewöhnliche“ Rolle spielen werde. Solche Lobhudeleien sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn Barrachina gab gleichzeitig zu, keine offiziellen Informationen über die Listenplätze zu haben. Was wie Geschlossenheit wirken soll, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Improvisation.
Der konservative Balanceakt
Während sich die PP in Valencia selbst feiert, bleiben die Fragen unbeantwortet: Wer übernimmt im Fall eines Wahlsiegs das Rathaus? Und wie lange lässt sich die Ämterhäufung vor den Wählern rechtfertigen? Die Sozialisten dürften diese Angriffsfläche dankbar nutzen. Catalás Versprechen, die Stadt bleibe „immer meine oberste Priorität“, klingt angesichts der neuen Aufgabe wenig glaubwürdig – zumal die kommunalen Herausforderungen nach den verheerenden Unwettern der vergangenen Tage nicht kleiner geworden sind.
Barrachina verwies zwar stolz darauf, dass die Regionalregierung innerhalb von vier Tagen vier Hilfsdekrete für die Flutopfer verabschiedet habe. Doch genau dieser Pragmatismus könnte sich gegen die PP wenden: Wer in Valencia gebraucht wird, sollte nicht nach Madrid schielen. Die konservative Parteiführung sieht das naturgemäß anders – sie braucht Köpfe wie Catalá, um die nächste Regierung zu stellen.
Die Personalie ist also mehr als eine Listenplatzvergabe: Sie ist ein Signal an die eigene Wählerschaft, dass die PP es ernst meint – mit Spanien, mit Valencia und mit dem Machtanspruch von Feijóo. Ob Catalá diesem Anspruch gerecht wird, entscheidet sich nicht in Hinterzimmern, sondern an der Wahlurne.
Wie Europa Press berichtet, wird auch in anderen Provinzen der Region über neue Gesichter spekuliert – etwa in Alicante und Castellón. Die Konservativen setzen offenbar auf Erneuerung, um alte Strukturen aufzubrechen. Ob dieser Kurs aufgeht, wird sich zeigen müssen.
Quelle: europapress.es