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Bürokratieabbau: Ein "außergewöhnlich gutes" Angebot?
Einigung in Sicht? Konsell sieht "hervorragendes" Angebot auf dem Tisch
Die Regionalregierung von Valencia drängt auf ein Ende des unbefristeten Lehrerstreiks und hat den Gewerkschaften einen neuen Vorschlag zur Reduzierung des Verwaltungsaufwands vorgelegt. Bildungsminister Daniel McEvoy bezeichnete das Papier nach einem mehr als fünfstündigen Treffen am Dienstag als "außergewöhnlich gut". Es handle sich um ein Dokument, das die öffentliche Bildung der Region "an die Spitze Spaniens" bringen würde.
Digitales Lehrerzimmer und weniger Papierkram
Konkret sieht der Entwurf ein Dekret zur administrativen Vereinfachung vor, das innerhalb von sechs Monaten nach einer Einigung in Kraft treten soll. Kernpunkte sind die Einführung einer digitalen Lehrerakte (EDEN), die Streichung bestimmter Vorgaben aus der Schulordnung (ROF) sowie ein ausdrückliches Verbot, künftige Landesgesetze mit zusätzlicher Bürokratie zu belasten. Zudem soll eine umfassende Prüfung aller Verwaltungsprozesse in Gang gesetzt werden.
McEvoy betonte, dass auch die bestehenden Regelungen zur Förderung von Schülern mit besonderem Förderbedarf vereinheitlicht werden sollen. Dies würde die Dokumentationspflicht für die Schulen erheblich reduzieren. Der Minister zeigte sich überzeugt: "Ein Dokument dieser Qualität wurde in der Geschichte der valencianischen Gemeinschaft noch nie verfasst – und wahrscheinlich auch in keinem anderen öffentlichen Schulsystem Spaniens."
Zwist um Methodik und fehlende Unterschriften
Doch trotz der Einigung in der Sache kam es nicht zur Unterzeichnung. Laut McEvoy hatten die Gewerkschaften dem Papier zunächst zugestimmt, die STEPV habe dann jedoch überraschend eine Änderung der Methodik verlangt. "Wir können nicht verstehen, warum man ein Abkommen als gut bezeichnet und es dann nicht unterschreibt", so der Verwaltungschef. Er verwies auf die vielen Lehrer, die sich in großer Ungewissheit befänden.
Die Gespräche, die inzwischen zum 36. Mal stattfanden, waren zuletzt auch von Protesten begleitet. McEvoy verurteilte "vandalistische Aktionen" gegen die Büros der Gewerkschaften CSIF und ANPE in Castellón. Diese beiden Organisationen hatten bereits am Montag einen separaten Gehaltsdeal akzeptiert. Der Minister zweifelte daran, dass Lehrer hinter den Attacken stecken: "Wenn doch, verdienen sie diese Bezeichnung nicht."
Progressive Klassenreduzierung und nächstes Treffen
Ein weiterer Streitpunkt bleiben die Klassenfrequenzen. Hier bietet die Verwaltung eine schrittweise Verringerung an. So sollen die Gruppengrößen in öffentlichen Kindergärten an die der Grundschulen angeglichen werden – konkret bedeutet das maximal 18 Kinder pro Gruppe. Auch für die ersten Grundschulklassen gibt es eine Zusage: Klassen mit weniger als 25 Kindern im Vorschuljahr sollen diese geringere Schülerzahl behalten.
McEvoy sprach von einer "Frage der Gerechtigkeit" und verteidigte den langsamen Ansatz. Ein abruptes Absenken der Schülerzahlen sei unmöglich, da die Kinder bereits eingeschult seien. Eine sofortige Umsetzung wäre nicht praktikabel. Man werde den Vorschlag nun überarbeiten und den Gewerkschaften am Mittwochvormittag erneut vorlegen.
Gehaltsdeal sorgt für Diskussionsbedarf
Beim umstrittenen Gehaltsabkommen mit CSIF und ANPE wies McEvoy auf angebliche Missverständnisse hin. Der Vertrag sei "glasklar" und mache valencianische Lehrer zu den drittbestbezahlten Spaniens. Die Kritik der nicht unterzeichnenden Gewerkschaften sei auf einen "Irrtum" zurückzuführen. Die Türen für einen Beitritt zum Abkommen stünden jederzeit offen. Es gebe schlicht keinen Grund, den Streik fortzusetzen, so die Kernbotschaft aus dem Bildungsministerium, das sich bereits 36 Mal mit den Tarifpartnern an einen Tisch gesetzt hat. Wie die Zeitung Levante-EMV berichtet, hatten die Lehrergewerkschaften den unbefristeten Arbeitskampf ausgerufen, um ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und einem geringeren Verwaltungsaufwand Nachdruck zu verleihen.
Quelle: europapress.es