Bergbau als Fundament der Zukunft

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Bergbau als Fundament der Zukunft

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Sektor im Aufwind

Die andalusische Regionalregierung positioniert den metallischen Bergbau neu. Bei der Eröffnung des Mining and Minerals Hall 2026 in Sevilla sprach Ministerpräsident Juanma Moreno von einer Branche in „voller Expansion“ und nannte sie einen „absolut strategischen Pfeiler“ für die Region. Die Veranstaltung, die im Palacio de Exposiciones y Congresos (Fibes) stattfand, diente als Plattform für diese deutliche Positionsbestimmung.

Zahlen und Perspektiven

Moreno untermauerte seine Einschätzung mit konkreten Daten: Andalusien vereint demnach 90 Prozent des Produktionswerts der spanischen Metallminen. Aktuell seien 479 Förderstätten aktiv, die rund 8.000 direkte Arbeitsplätze sicherten. Die Branche generiere eine Wirtschaftsleistung von über 1,2 Milliarden Euro. Bei Kupfer rangiert die Region auf Platz zwei in Europa, bei der Primärproduktion von Strontium führt sie sogar die Weltstatistik an. Allein auf Andalusien entfallen 43 Prozent der globalen Strontium-Förderung.

Rohstoffe als geopolitisches Kalkül

Die Argumentation der Regionalregierung geht über reine Wirtschaftsförderung hinaus. Moreno verwies auf die wachsenden Unsicherheiten im globalen Handel und in der Geopolitik. Europa habe über Jahrzehnte die Bedeutung einer eigenen Rohstoffbasis unterschätzt. Nun gelte es, Souveränität zurückzugewinnen. Andalusien besitze dafür die nötigen Voraussetzungen: Ressourcen, Fachkräfte und Forschungskapazität. 22 der 34 von der EU als kritisch eingestuften Rohstoffe sind im andalusischen Untergrund nachgewiesen. Zur Erkundung weiterer Vorkommen wurden in allen acht Provinzen insgesamt 70 neue Genehmigungen erteilt.

Ausbau mit Auflagen

Neben den vier bereits aktiven Großminen sollen laut Moreno in Kürze drei weitere Förderstätten den Betrieb aufnehmen; die Genehmigungsverfahren seien abgeschlossen. Gleichzeitig betonte der Regierungschef die Bedingungen: Modernität, Arbeitssicherheit und Digitalisierung seien keine Optionen, sondern Standards. Der eingeschlagene Kurs müsse mit dem Ziel der Nachhaltigkeit vereinbar sein. Unterstützung kam vom Staatssekretär für Energie, Joan Groizard. Er erinnerte an die Vorgaben der EU: Bis 2030 sollen 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an kritischen Rohstoffen aus eigener Förderung stammen, 25 Prozent aus Recycling. Zudem dürfe kein Drittland mehr als 65 Prozent einer relevanten Materialphase liefern. In der ersten Liste europäischer Strategieprojekte vom März 2025 standen sieben spanische Vorhaben, in der jüngsten, vor wenigen Tagen veröffentlichten zweiten Liste sind es zwei. Madrid habe bereits vor der EU-Verordnung eine nationale Roadmap entwickelt, die nun im Aktionsplan 2026–2030 für nachhaltige Rohstoffbewirtschaftung mündet. Ein nationaler Explorationsplan sei darin zentral verankert, denn ohne geologisches Wissen gebe es keine neuen Minen.

Kommentar der Redaktion

Die Ankündigungen aus Sevilla sind ambitioniert. Ob die angepeilten Ziele erreicht werden, hängt nicht nur von politischen Willensbekundungen ab, sondern auch von der Akzeptanz in den betroffenen Gemeinden und der Geschwindigkeit der Verwaltungsverfahren. Die ersten Schritte sind gesetzt, die Messlatte liegt hoch.

Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf Informationen von Europa Press. Die ursprüngliche Meldung ist am 20. Oktober 2026 erschienen.


Quelle: europapress.es

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