
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Behörden stoppen Betrieb auf Ibiza
Stillstand als Vorsorge: Ibiza fährt den Betrieb herunter
Während sich die Lage nach der jüngsten Unwetterfront vielerorts entspannt, gilt für die Inselverwaltung von Ibiza weiterhin der Grundsatz: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Der Consell d'Eivissa hat drastische, aber notwendige Konsequenzen aus der aktuellen Gefahrenlage gezogen. Es wäre unverantwortlich, angesichts der Wetterwarnungen den Normalbetrieb aufrechtzuerhalten und Leben zu riskieren, nur um einen Verwaltungsapparat am Laufen zu halten.
Konsequentes Handeln statt politischer Symbolik
Was wie eine bürokratische Maßnahme klingt, ist in Wahrheit ein klares Bekenntnis zur Sicherheit von Bürgern und Personal. Die Entscheidungen folgen den Vorgaben des integrierten Koordinierungszentrums (Cecopi), das von der Generaldirektion für Notfälle der Balearenregierung gesteuert wird. Man muss sich die Frage stellen: Wäre es verantwortungsvoll gewesen, nicht-essentielle Mitarbeiter durch die Gegend zu schicken? Wohl kaum. Die Anweisung an alle nicht notwenigen Angestellten, zu Hause zu bleiben, ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern von organisatorischer Reife.
Wer jetzt kritisiert, die Verwaltung stelle sich ihrer Verantwortung, verkennt die Lage. Die Aufrechterhaltung der Dienstleistungen ist wichtig, aber nicht um jeden Preis. Das Bürgerbüro für Registrierungsangelegenheiten etwa reduziert seine Präsenz auf ein Minimum. Statt sich in eine Schlangestehen zu begeben, werden die Bürger eindringlich gebeten, die elektronischen Dienste oder das Telefon zu nutzen. Das ist keine Zumutung, sondern eine zeitgemäße Aufforderung zur Eigenverantwortung, die in Anbetracht der Umstände mehr als vertretbar ist.
Soziale Einrichtungen und Bildungseinrichtungen betroffen
Die Maßnahmen treffen auch den sozialen Bereich. Im Pflegeheim „Llar Eivissa“ sind sämtliche Aktivitäten gestrichen. Das Angebot des Mittagessens soll, sofern es die Bedingungen zulassen, aufrechterhalten werden. Kritiker könnten einwenden, dass gerade die Schwächsten der Gesellschaft unter solchen Entscheidungen leiden. Doch dieser Vorwurf verfängt nicht: Es geht um den Schutz genau dieser Menschen. Ein Notbetrieb, der nur auf das Nötigste reduziert ist, verhindert unnötige Exposition gegenüber den Unwettern.
Auch die Bildungslandschaft bleibt nicht verschont. Die kommunalen Kindergärten (escoletes) bleiben geschlossen. Sport- und Freizeiteinrichtungen wie Es Raspallar, Blancadona oder die Rennbahn von Sant Rafel sind dicht. Das ist ein herber Einschnitt für das Freizeitangebot, aber eine völlig logische Prioritätensetzung. Kein Schwimmbadbesuch und kein Fußballtraining der Welt rechtfertigt es, Menschen einer Gefahr auszusetzen.
Konsequenz auch bei Krankenhaus und Behörden
Das Krankenhaus und Wohnzentrum Cas Serres zeigt exemplarisch, wie pragmatisch die Behörden vorgehen. Der Tagesbetrieb für externe Nutzer wurde suspendiert, die Inselbibliothek bleibt ohnehin bis auf Weiteres zu. Man mag über die Schließung einer Bibliothek schmunzeln, doch sie verdeutlicht das Ausmaß der Vorsichtsmaßnahmen.
Besonders wichtig ist die Regelung für die technischen Prüfstellen (ITV) und das Fahrerlaubniszentrum. Beide Einrichtungen sind geschlossen. Die Behörde verspricht jedoch, dass alle Personen, die bereits einen Termin hatten, in den kommenden Wochen ihre Prüfung ohne erneute Anmeldung nachholen können. Dies ist ein wesentlicher Punkt: Es geht nicht darum, Bürger zu vertrösten, sondern darum, ihnen Planungssicherheit zu geben.
Eine Frage der Vernunft
Natürlich ist die Schließung von Einrichtungen immer eine Unannehmlichkeit. Doch wer in einer solchen Situation Normalität einfordert, ignoriert die realen Gefahren. Die Verwaltung des Consell hat richtig gehandelt, indem sie die Sicherheit über den Betrieb stellt. Die Maßnahmen sind ein klares Signal, dass man die Warnungen des Wetterdienstes und der Notfallkoordinierung ernst nimmt. Es ist besser, ein paar Tage Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, als im Nachhinein um Menschenleben zu trauern. Diese Entscheidung verdient Respekt, nicht Häme.
Wie das Nachrichtenportal Europa Press am 19. Oktober berichtet, hat der Consell d'Eivissa die Maßnahmen offiziell in einer Mitteilung bekannt gegeben und orientiert sich dabei an den Empfehlungen des Cecopi. Es bleibt zu hoffen, dass die Lage sich bald normalisiert und die Infrastruktur der Insel wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht – bis dahin gilt: Sicherheit hat oberste Priorität.
Quelle: europapress.es