Behörde zieht Potenzmittel aus dem Verkehr

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Behörde zieht Potenzmittel aus dem Verkehr

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Verbotene Wirkstoffe in vermeintlichen Naturprodukten

Die spanische Arzneimittelbehörde AEMPS hat eine Serie von Rückrufen eingeleitet. Betroffen sind fünf Präparate, die als Ergänzungsmittel für männliche Potenzprobleme verkauft wurden. Wie die Behörde mitteilt, enthielten alle Produkte den Wirkstoff Sildenafil – ohne diesen auf dem Etikett anzugeben. Diese Substanz ist verschreibungspflichtig und darf nicht ohne ärztliche Kontrolle abgegeben werden.

Erste Rückrufe am 2. Oktober

Die ersten Warnungen veröffentlichte die AEMPS am 2. Oktober. Vier Produkte wurden daraufhin umgehend vom Markt genommen: „Etumax Royal Honey“, „Miel Soudan VIP“, „Epimedyumlu Macum“ und „Organic Honey“. Anlass für die Kontrollen war ein Hinweis der Guardia Civil aus Toledo. Das offizielle Labor der Behörde bestätigte anschließend den Verdacht: Die Proben enthielten Sildenafil in pharmakologisch wirksamer Menge.

Fünftes Produkt wenige Tage später

Nur fünf Tage später, am 7. Oktober, folgte der Rückruf eines weiteren Präparats. „El Toro“ wurde laut AEMPS auf Anraten der Polizei aus Asturien überprüft. Auch hier ergab die Laboranalyse: Sildenafil war enthalten, ohne dass die Verbraucher darüber informiert wurden. Die Produkte werden als „natürlich“ beworben – tatsächlich verbergen sie jedoch ihre wahre Zusammensetzung.

Zusätzliche Wirkstoffe entdeckt

Bei der Untersuchung der Präparate stießen die Kontrolleure auf weitere Substanzen. „Etumax Royal Honey“ enthielt zusätzlich Tadalafil, ebenfalls ein Mittel gegen Erektionsstörungen. In „Organic Honey“ fanden die Labore zudem Paracetamol. Beide Substanzen können Nebenwirkungen verstärken oder unerkannte Wechselwirkungen auslösen.

Erhebliche Risiken für Patienten

Die Wirkstoffe Sildenafil und Tadalafil gehören zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Sie erhöhen den Blutfluss zum Penis, sind jedoch für bestimmte Patientengruppen gefährlich. Zu den Kontraindikationen zählen unter anderem: Herzinfarkt, instabile Angina pectoris, Herzinsuffizienz, unkontrollierter Bluthochdruck, schwere Lebererkrankungen sowie bestimmte Netzhauterkrankungen. Die Einnahme dieser nicht deklarierten Substanzen kann laut AEMPS zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Mögliche schwerwiegende unerwünschte Wirkungen umfassen Herz-Kreislauf-Zwischenfälle, Herzrhythmusstörungen und im Extremfall plötzlichen Herztod. Ergänzend besteht die Gefahr von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Patienten oft nicht kennen. Die Behörde rät, den Kauf solcher Produkte zu vermeiden und bei gesundheitlichen Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Wie die AEMPS weiter berichtet, laufen die Ermittlungen zu Herkunft und Vertriebswegen der betroffenen Chargen derzeit auf Hochtouren.


Quelle: 20minutos.es