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Baskenland schnürt Sechs-Millionen-Paket für Landwirte und Fischer
Existenzsicherung in der Krise
Die Regierung des Baskenlandes hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Stützung des Agrar-, Viehzucht- und Fischereisektors angekündigt. Wie die baskische Regionalregierung mitteilte, umfasst das Paket ein Gesamtvolumen von 5.954.175,00 Euro. Es richtet sich an Betriebe, die durch die außergewöhnlichen Umstände des laufenden Jahres in wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind.
Die Ankündigung erfolgte durch die Ministerin für Ernährung, ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Fischerei, Amaia Barredo. Sie betonte, dass die Situation nicht als normal zu betrachten sei und es daher auch keiner normalen Reaktion bedürfe. Der anhaltende Regenmangel, wiederkehrende Hitzewellen, die Folgen des Klimawandels sowie steigende Produktionskosten hätten direkte Auswirkungen auf die Betriebe und das Einkommen der dort Beschäftigten. Das Ziel der Hilfen sei es, die Produktionsfähigkeit zu erhalten und die Kontinuität der Höfe und Betriebe zu sichern.
Zwei Säulen für Landwirtschaft
Das Hilfspaket gliedert sich in zwei zentrale Bereiche. Der Löwenanteil von 5.523.525,00 Euro ist für landwirtschaftliche und viehhaltende Betriebe vorgesehen, die unter der Trockenheit und den außergewöhnlichen Kostensteigerungen, die im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten genannt werden, leiden. Ein separater Topf von 430.650,00 Euro ist für die kleinere Fischereiflotte reserviert, die stark von der Makrele abhängig ist und unter einer schlechten Fangsaison leidet. Für die Agrarmaßnahmen werden 5.128.910,00 Euro aus dem Haushalt der Autonomen Region Baskenland bereitgestellt, während 394.615,00 Euro aus dem EU-Agrarfonds FEAGA stammen.
Die Finanzspritze für Landwirtschaft und Viehzucht ist wiederum in zwei Programme unterteilt. Die erste Linie, genannt „Ormuz“, zielt auf Milchviehbetriebe ab, um die gestiegenen Kosten für Treibstoff und Düngemittel teilweise auszugleichen. Hierfür sind 565.056,00 Euro eingeplant, gespeist aus FEAGA-Mitteln und dem Regionalhaushalt.
Die zweite, als „Niederschlagsmangel-Hilfe“ bezeichnete Linie, richtet sich an Vieh- und Pflanzenbaubetriebe. Die anfängliche Dotierung liegt bei 4.958.469,00 Euro, vollständig finanziert durch das Baskenland. Diese Summe kann bei Bedarf um bis zu 40 Prozent aufgestockt werden.
Gestaffelte Entschädigungen und Obergrenze
Die Förderung erstreckt sich auf eine Vielzahl von Betriebsformen, darunter Fleischrind, Milchvieh, Schafe, Ziegen und Pferde sowie Erzeuger von Kartoffeln, Bohnen, Sonnenblumen, Apfelwein-Äpfeln und Mais. Die Sätze sind nach Tierart oder Kultur und Schweregrad gestaffelt. So sind etwa 60 Euro pro Tier für Fleischrinder über 24 Monate vorgesehen, 36 Euro für Milchkühe, sechs Euro für Schafe und Ziegen und 30 Euro für Pferde. Für Ackerflächen gibt es Hektarprämien.
Die maximale Auszahlung pro Antragsteller oder Unternehmen ist auf 15.000 Euro begrenzt, wobei die Mindestförderung bei 300 Euro liegt. Schätzungen des Ministeriums zufolge werden die Mittel vor allem im Rindfleischsektor benötigt, für den allein rund 3.048.180 Euro eingeplant sind. Weitere Posten sind 788.352 Euro für Schafhalter und 621.000 Euro für Pferdehalter.
Im Pflanzenbau sind die Zahlungen an die betroffene Fläche gekoppelt. Es werden 150 Euro pro Hektar für Pflanzkartoffeln, 100 Euro für Speisekartoffeln und Bohnen, 60 Euro für Mais sowie 40 Euro für Sonnenblumen und Apfelwein-Äpfel gewährt. Insgesamt summiert sich dies auf 154.776,80 Euro für Sonnenblumen, 79.270 Euro für Speisekartoffeln und 62.022 Euro für Mais. Weitere Mittel fließen in den Gemüsebau, die Fruchtproduktion und den Apfelwein-Obstbau.
Zehntausende Tiere und Betriebe profitieren
Nach Angaben der Behörden werden die Hilfen voraussichtlich 5.268 landwirtschaftliche Betriebe erreichen, hinzu kommen 335 reine Milchviehbetriebe. Damit werden Prämien für rund 15.695 Milchkühe, 50.802 Fleischrinder, 131.391 Schafe, 14.520 Ziegen und 20.699 Pferde ausgezahlt. Auf der Ackerfläche bedeutet dies Unterstützung für 370 Hektar Bohnenanbau, 3.868 Hektar Sonnenblumen, 1.032 Hektar Mais, 660 Hektar Apfelwein-Obst und 1.152 Hektar Kartoffeln.
Fischerei: Pauschale für Makrelenfischer
Unabhängig von den Agrarmaßnahmen gibt es ein Programm für die küstennahe Fischerei, die von der schlechten Makrelensaison 2026 betroffen ist. Das Budget von 430.650,00 Euro ermöglicht eine Zahlung von 825 Euro pro Besatzungsmitglied, das an der Makrelenfischerei beteiligt war. Auch für den Reeder ist ein Betrag in gleicher Höhe pro an Bord befindlichem Fischer vorgesehen, gedeckelt auf 10.000 Euro pro Unternehmen.
Diese Maßnahme erreicht 261 Fischer, die auf 73 Schiffen mit Heimathäfen in Gipuzkoa und Bizkaia eingesetzt sind. Ziel ist es, die Einkommensverluste einer schwierigen Kampagne für eine Fischereiflotte abzufedern, die kaum Alternativen zu dieser Fangart hat.
Mögliche Zusatzhilfe bei Kraftstoffkosten
Darüber hinaus prüft das Ministerium eine weitere Unterstützung: Falls die Zentralregierung die Beihilfe für Dieselkraftstoff in der Fischerei nicht erhöht, erwägt das Baskenland eine eigene, ergänzende Zahlung von 15 Cent pro Liter. Diese würde zur bestehenden staatlichen Förderung hinzukommen. Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium in Madrid und Vertretern des Sektors laufen, um die Umsetzung zu klären. Sollten die Zusagen ausbleiben, werde man die Kosten für solch eine Maßnahme berechnen und die Modalitäten festlegen.
Quelle: europapress.es