Baskenland hebt Konjunkturprognosen deutlich an

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Baskenland hebt Konjunkturprognosen deutlich an

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Mehr Mut zur Zuversicht: Euskadi trotzt den Unkenrufen

Während in Brüssel und Berlin die Konjunkturprogramme eher wie Brandschutzmaßnahmen wirken, schlägt das Baskenland einen anderen Ton an: selbstbewusst, nach vorne gerichtet – und mit Zahlen untermauert. Die Landesregierung in Vitoria-Gasteiz hat ihre makroökonomischen Erwartungen für die Jahre 2026 und 2027 kräftig nach oben korrigiert. Das ist mehr als eine statistische Fußnote – es ist ein klares Signal der Stärke aus der Industrieregion im Norden Spaniens.

Wer jetzt einwendet, dass Prognosen allein noch keine Arbeitsplätze schaffen, mag recht haben. Doch die Revision ist kein bloßer Akt des Wunschdenkens. Sie basiert auf handfesten Daten: Das zweite Quartal fiel um zwei Zehntel besser aus als noch vor drei Monaten kalkuliert. Wer diese Entwicklung ignoriert, verkennt die Dynamik des baskischen Wirtschaftsmodells, das seit Jahren von Exportstärke und einer produktiven Industriestruktur geprägt ist.

Konkret bedeutet das: 2,2 Prozent Wachstum für das kommende Jahr, 1,9 Prozent für 2027 – in beiden Fällen liegt die Prognose über den bisherigen Annahmen. Vizepremier Mikel Torres spricht dennoch von „dunklen Wolken" am Horizont. Man mag das für übertriebene Vorsicht halten. Doch angesichts volatiler Energiepreise und einer unkalkulierbaren internationalen Lage ist dieser Balanceakt aus Realismus und Optimismus genau richtig – angeberische Euphorie wäre fehl am Platz.

Der Arbeitsmarkt als Fundament – und die Zuwanderung als Chance

Das eigentliche Pfund, mit dem Euskadi wuchert, ist jedoch der Arbeitsmarkt. Rund 22.000 zusätzliche Stellen sollen bis Ende 2027 entstehen. Wer nun kritisch fragt, woher die Arbeitskräfte kommen sollen, erhält eine klare Antwort: aus der ausländischen Bevölkerung. Die Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt ist kein soziales Randthema, sondern ein wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor. Die Arbeitslosenquote soll bis 2026 auf 6,8 Prozent sinken und im Jahr darauf auf 6,4 Prozent – Zahlen, von denen andere Regionen Europas nur träumen können. Einwanderung als Erfolgsmodell: Das sollte auch jene nachdenklich stimmen, die in Migration ausschließlich eine Belastung sehen.

Kritiker mögen einwenden, dass dieser Effekt nicht von Dauer ist. Doch der Blick auf die Binnennachfrage zeigt: Der private Konsum wird durch Reallohnzuwächse und eine hohe Sparquote der Haushalte gestützt. Die Wirtschaft braucht also keine Strohfeuer, sondern ein tragfähiges Fundament. Der Dienstleistungssektor bleibt der Wachstumsmotor, der Bau moderiert, und die Industrie? Sie zeigt sich 2026 noch verhalten, soll aber im Folgejahr wieder an Fahrt gewinnen.

Ein Wermutstropfen bleibt: Der Außenbeitrag wird 2026 negativ ausfallen. Das ist angesichts der schwächelnden Weltkonjunktur kaum verwunderlich, sollte aber als Mahnung dienen, die Exportanstrengungen nicht zu vernachlässigen. Die baskische Regierung setzt auf eine graduelle Erholung – gut so, denn wer die internationale Nachfrage nicht im Blick behält, verspielt schnell die eigenen Vorteile.

Während andere Teile Spaniens und Europas über Konjunkturpakete und Schuldenbremsen streiten, liefert das Baskenland den Beweis, dass wirtschaftspolitische Seriosität und ambitionierte Zielsetzung kein Widerspruch sein müssen. Die Regierung in Vitoria-Gasteiz hat die Latte hoch gelegt – jetzt muss sie liefern. Die Prognosen sind ambitioniert, aber sie sind kein Luftschloss. Sie sind das Ergebnis einer Politik, die den Arbeitsmarkt ernst nimmt und die Zeichen der Zeit erkannt hat.

Wie die baskische Regierung mitteilte, bleibt die Unsicherheit internationaler Faktoren zwar eine Belastung, doch die aktuellen Daten sprechen eine deutliche Sprache. Wer weiterhin mit Schwarzmalerei operiert, wird von der Realität überholt werden. Euskadi wächst – nicht trotz der Herausforderungen, sondern weil es sie aktiv angeht. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob dieser Weg Schule macht. (Mit Informationen von Europa Press)


Quelle: europapress.es

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