Baskenland feiert Ende des ETA-Terrors

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Baskenland feiert Ende des ETA-Terrors

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Jahrzehnt und ein halbes Frieden

Am heutigen Dienstag blickt das Baskenland auf 15 Jahre ohne Terrorismus der separatistischen Organisation ETA zurück. Die regionale Regierung in Vitoria-Gasteiz nutzt den Jahrestag für eine institutionelle Erklärung, die sowohl die Opfer in den Mittelpunkt stellt als auch einen Appell an die Gesellschaft richtet. Man gedenke der Getöteten, Entführten und Bedrohten, heißt es darin, denn trotz aller sichtbaren Normalität gebe es ein „verborgenes Leid“, das gesehen und anerkannt werden müsse.

Wie die baskische Exekutive weiter betont, sei der 20. Oktober 2011 ein Wendepunkt gewesen. Die Ankündigung der ETA, ihre Waffen für immer niederzulegen, habe den Weg für eine demokratische Streitkultur frei gemacht. Seitdem würden politische Differenzen in der Region mit den Mitteln des Dialogs und des Konsenses ausgetragen – ein Fortschritt, den man ausdrücklich feiern wolle, ohne jedoch in Triumphalismus zu verfallen.

Blick auf die Opfer und offene Wunden

Die Regierungserklärung verweist in diesem Zusammenhang auf die fortbestehenden Herausforderungen. Einige Betroffene fühlten sich bis heute vergessen und von ihrem Trauma eingeholt; andere hätten noch nicht erkannt, dass ihre Grundrechte verletzt worden seien. Die baskische Regierung kündigte an, ihre Arbeit für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung konsequent fortzusetzen. Ziel sei es, alle Betroffenen – auch jene anderer Gewaltformen – zu unterstützen und ihre Geschichten sichtbar zu machen.

Appell an Unbelehrbare

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten richtet sich die Erklärung außerdem an jene, die bis heute keine Distanz zur Gewalt gefunden haben. Sie hätten eine „moralische Schuld“ gegenüber der baskischen Gesellschaft, die nicht verjähre, so die Regierung. Der Jahrestag biete die Gelegenheit, diese Personen aufzufordern, sich „mutig und ehrlich“ dem Weg der Versöhnung anzuschließen. Die Aufarbeitung der Vergangenheit sei eine gesellschaftliche und institutionelle Pflicht, die zugleich als Schutz vor neuen Formen der Radikalisierung dienen solle.

Kontext: 90 Jahre Autonomie und ein schwieriges Erbe

Die Feierlichkeiten fallen in diesem Jahr mit einem weiteren Gedenktag zusammen: dem 90. Jahrestag der Gründung der ersten baskischen Regierung. Gleichzeitig, so die Erklärung, sei die Erinnerungsarbeit auch vor dem Hintergrund eines globalen Trends zu sehen, bei dem Gewalt wieder verharmlost und Hass verbreitet werde. Die eigene Geschichte könne hier als „Gegenmittel“ dienen – als Mahnung, wohin Extremismus führen kann. Der Kampf um Frieden und demokratische Werte sei daher noch lange nicht abgeschlossen.

Wie die Zeitung El País berichtet, wird die Erklärung von politischen Beobachtern als Versuch gewertet, die Deutungshoheit über die eigenen Geschichte zu behalten, während sich die baskische Gesellschaft zunehmend neuen sozialen Fragen zuwendet. Eine abschließende Aufarbeitung der ETA-Zeit, so der Tenor, stehe jedoch nach wie vor aus.


Quelle: europapress.es

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