Bacon feiert den Siegeszug des Horrorfilms

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Situges

Bacon feiert den Siegeszug des Horrorfilms

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Vom Stigma zum Ruhm: Eine Branche erwacht

Es ist eine Ironie der Filmgeschichte: Ausgerechnet jenes Genre, das jahrzehntelang als verpöntes Stiefkind der Branche galt, feiert heute seine glorreiche Rehabilitation. Kevin Bacon, Ikone des fantastischen Kinos, nutzte die Bühne des Festivals von Sitges zu einer unmissverständlichen Ansage: Die Zeiten, in denen Horrorfilme als billige Massenware abgetan wurden, sind vorbei. „Sie werden für den Oscar nominiert, und das freut mich sehr“, stellte der Schauspieler klar – eine Entwicklung, die er als längst überfällige Genugtuung für ein ganzes Genre betrachtet.

Ein Paar, eine Leidenschaft, eine Familiensache

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Kyra Sedgwick nahm Bacon den Gran Premio Honorífico entgegen, eine Auszeichnung, die in diesem Jahr weit mehr ist als eine bloße Geste der Dankbarkeit. Es ist die Anerkennung einer Haltung. Sedgwick sprach von einem „großen Glück“, Teil eines Festivals mit 59 Jahren Geschichte zu sein – und meinte damit nicht nur die eigene Karriere, sondern die Wertschätzung für ein Publikum, das diesem Genre seit jeher die Treue hält.

Das Ehepaar präsentierte in Katalonien seinen Film „Family Movie“, ein Slasher-Werk, das bewusst mit den Konventionen des Genres spielt. Die Handlung: Eine Familie dreht auf ihrem Bauernhof einen Film, bis ein echtes Leichenfund die Fiktion grausam einholt. Unterstützt werden Bacon und Sedgwick dabei von ihrem leiblichen Sohn Travis, während Tochter Sosie, selbst Schauspielerin, laut Bacon „neidisch“ auf den gemeinsamen Auftritt ist. Was wie ein privates Familienprojekt wirkt, entpuppt sich als programmatisches Statement: „Die Maschinen helfen, aber die Menschen machen die Kunst“, so Bacon mit Blick auf die zunehmende Technologisierung des Filmemachens.

Ein Blick zurück in die Schmuddelecke

Bacons eigene Biografie ist untrennbar mit dem Genre verbunden. Sein erster Kinofilm war „Freitag der 13.“ – ein Werk, das in den späten Siebzigern von der etablierten Kritik als „Müll“ verrissen wurde. Heute, so der Schauspieler, habe sich das Blatt gewendet: Das Genre genieße Respekt, nicht zuletzt dank Festivals wie Sitges, die ihm eine Plattform bieten. Man mag einwenden, dass der Erfolg von Arthouse-Horror wie „The Witch“ oder „Hereditary“ nur die Spitze eines Eisbergs ist – doch Bacons Botschaft ist klar: Der Mainstream hat aufgeholt.

„Family Movie“ sei ein „Liebesbrief“ an die Fans, verriet das Paar – gespickt mit subtilen Verweisen auf die eigenen Klassiker wie „The Witch“ oder „Tremors“. Es ist diese Mischung aus Selbstironie und Hingabe, die das Genre seit jeher auszeichnet. Dass ausgerechnet ein altgedientes Hollywood-Paar diese Botschaft nach Europa bringt, ist ein starkes Signal: Der Horrorfilm ist erwachsen geworden – und er fordert seinen Platz im Pantheon der Filmkunst ein.

Das Festival von Sitges zählt zu den renommiertesten europäischen Plattformen für fantastisches Kino. Die Auszeichnung für Bacon und Sedgwick, die von Medien wie Europa Press berichtet wurde, unterstreicht die wachsende Wertschätzung des Genres.


Quelle: europapress.es

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